Kreis Germersheim Büchelberg: Über 400 Unterschriften für Schule
Im Kampf um den Erhalt der Grundschule in Büchelberg setzt die Stadt Wörth auf leise Waffen: Zügig wurde ein Konzept ausformuliert und von den Gremien einstimmig verabschiedet. Auch ein Gespräch mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ist geplant. Am Samstag wird erst einmal kräftig Schulfest gefeiert.
Seit die Büchelberger Grundschule Anfang des Jahres auf der landesweiten Liste der kleinen Schule gelandet war, deren Existenz auf dem Prüfstand steht, hat sich vor und hinter den Kulissen einiges getan. Die Stadt hatte alle Beteiligten ins Boot genommen und ein Konzept verfasst, dieses ist inzwischen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zugegangen. Den „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“ zufolge muss nun die Schulaufsicht Überlegungen anstellen, ob sie die im Konzept vorgetragenen Argumente für stichhaltig hält und sich damit ebenfalls für einen Erhalt des Schulstandorts ausspricht. „Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir das bestmögliche Ergebnis für den Ortsbezirk Büchelberg zu erreichen“, sagt Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD). Die sachliche Herangehensweise an die Thematik fand bei allen Beteiligten Zuspruch, so Nitsche. Während andere im Land viel Zeit auf Protest verwendet hätten, habe die Stadt sehr schnell das Heft des Handelns in die Hand genommen und sei deshalb bereits heute in der Lage, ein vollständiges, von allen geteiltes Konzept vorzulegen. Ziel sei, die Bedeutung der Schule für den Ortsbezirk, aber auch für die gesamte Stadt, darzustellen. Er baue darauf, dass die Schulbehörden dies zur Kenntnis nehmen und erkennen, dass sie nicht nur eine Entscheidung über die Schule selbst, sondern über ein gutes Stück Zukunft des gesamten Ortsbezirks treffen. Neben der Beschreibung der Schülerzahlen, der Notwendigkeit einer Schülerbeförderung sowie der Aufnahmekapazitäten umliegender Schulen ist die Entwicklung des Ortsbezirks ein maßgeblicher Baustein des Konzeptes. Dieses wurde bereits im März von der Verwaltung erstellt und dann dem Ortsbeirat Büchelberg, dem Hauptausschuss, dem Schulträgerausschuss und dem Stadtrat vorgelegt, die sich einhellig anschlossen. Die Schule selbst spricht sich ebenfalls für den Erhalt aus, was dort neben der Schulleitung und dem Lehrpersonal auch durch den Elternbeirat ausgedrückt wurde. In der Stellungnahme der Schulleitung werden insbesondere die pädagogischen Vorteile einer kleinen Schule benannt. Diese werden durch eine Einschätzung der Kindertagesstätte St. Laurentius bestätigt, ebenso wie die Zusammenarbeit der Schule, der Kindertagesstätte und des Horts. Zuletzt waren der Verwaltung noch über 400 Unterschriften übergeben worden, die den Unterlagen ebenfalls beigefügt sind. Weitere Argumente für die Schule liefert der Landkreis Germersheim, der für eine aufwendige Schülerbeförderung sorgen müsste. Ein örtlicher Immobilienunternehmer bestätigt die Notwendigkeit von Wohnraum für junge Familien, die unter anderem wegen der Grundschule nach Büchelberg kämen. Die Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass die nun eingereichten Unterlagen eine gute Basis für die weiteren Gespräche mit den Schulbehörden sind. Gemeinsam mit der ADD werde derzeit nach einem Gesprächstermin gesucht, sagte Nitsche gestern. Ein anderer Termin steht dafür schon fest: Am Samstag wird zwischen 10 und 16 Uhr an der Grundschule Büchelberg wie jedes Jahr Schulfest gefeiert. Info Das Konzept kann unter www.woerth.de abgerufen werden. rhp/lap/tnc