Wörth Auszeichnung für Europa-Gymnasium: Französisch auf höchstem Niveau

Die „Bilis“ freuen sich mit Schulleiter Holger Hauptmann (Bildmitte links) über die Auszeichnung durch Generalkonsul Nicolas Ber
Die »Bilis« freuen sich mit Schulleiter Holger Hauptmann (Bildmitte links) über die Auszeichnung durch Generalkonsul Nicolas Bergeret.

Dass am Europa-Gymnasium Französisch auf höchstem Niveau unterrichtet wird, weiß man. Auch in Paris. Vom französischen Staat gab es dafür nun eine bedeutende Auszeichnung.

Das Leibniz-Gymnasium in Neustadt hat sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Als bisher einziges Gymnasium in Rheinland-Pfalz hatte es im Jahr 2023 vom französischen Europa- und Außenministerium die Auszeichnung „FrancÉducation“ verliehen bekommen. Seit Freitag kann sich nun auch das Europa-Gymnasium in Wörth mit diesem außergewöhnlichen Label schmücken. Der französische Generalkonsul Nicolas Bergeret war extra aus Frankfurt angereist, um die Auszeichnung persönlich zu verleihen.

Schulleiter Holger Hauptmann machte schon bei seiner Begrüßung klar, wie stolz nicht nur die „Bilis“, also die Schüler aller Jahrgangsstufen, die am bilingualen Unterricht teilnehmen, sondern die ganze Schule auf diese Ehrung sei. „Damit wird die ganze Schulgemeinschaft gewürdigt, aber ganz besonders natürlich die Schüler und Lehrer, die die deutsch-französischen Freundschaft immer wieder mit Leben erfüllen“, sagte Hauptmann. Diese Freundschaft wurde von allen Rednern beschworen. Sie sei schon immer wichtig gewesen, aber gerade in der heutigen Zeit habe sie an Bedeutung gewonnen, weil auf den großen Bruder USA kein Verlass mehr sei, sagte Bürgermeister Steffen Weiß.

Verleihung erfolgt für drei Jahre

Seit 2012 verleiht das französische Europa- und Außenministerium Schulen mit herausragenden bilingualen Zügen weltweit die Auszeichnung „LabelFranceÉducation“. Ziel dieses von der Agentur für Französisch-Unterricht im Ausland betreuten Labels ist es, den Französischunterricht und die Beschäftigung mit der französischen Sprache und Kultur außerhalb Frankreichs zu fördern und zu unterstützen. Weltweit gibt es 457 LabelFrance-Schulen in 60 Ländern, in Deutschland sind es seit Freitag 20. Die Verleihung erfolgt für drei Jahre, eine Rezertifizierung ist möglich.

Am Europa-Gymnasium gibt es seit 1992 den bilingualen Unterricht. Er wurde mit dem Ziel eingerichtet, die Sprache des unmittelbaren Nachbarn zu intensivieren. Das geht über den gewöhnlichen Sprachunterricht hinaus. Auch andere Fächer werden auf Französisch unterrichtet. Das beeindruckt Lothar Oebel vom Mainzer Bildungsministerium. Er hob den Geschichtsunterricht auf Französisch hervor, in dem so schwere Themen wie Nationalsozialismus und Résistance behandelt worden waren. Den Schülern habe das Spaß gemacht, so Oebel. „Europa braucht Deutschland und Frankreich und Deutschland und Frankreich brauchen Europa“, betonte Oebel. Die deutsch-französische Freundschaft sei die Basis für Freiheit und Demokratie in Europa.

Stolz auch beim Schulträger

Auch der Landkreis als Schulträger sei stolz auf diese Auszeichnung, sagte Landrat Martin Brandl, der es gleichzeitig bedauerte, dass sein Französisch ein wenig eingerostet sei. Für uns in Grenznähe sei das Verständnis für den Nachbarn besonders wichtig. „Ich habe das Gefühl, dass bei der jüngeren Generation auf beiden Seiten das Interesse an der Sprache des Anderen zurückgeht. Die Verständigung geht dadurch verloren, dem müssen wir entgegen wirken“, meinte Brandl.

In Wörth wird dem entgegengewirkt. Das zeigte die Schüler der 8. Klasse eindrucksvoll, in dem sie im GTS-Bau eines der großen Aushängeschilder des Nachbarn, die Tour de France, zum Leben erweckten. Zuvor hatten bereits aller Altersstufen in einem unterhaltsamen Film die moderne französische Kultur näher gebracht, vor allem die Musik. Auch die klassische französische Musik fand ihren Platz. Schüler Giao Lee spielte am E-Piano Chopin.

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