Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Ausfall der zweiten Kampagne tut Fasnachtern weh

Eigentlich ist ihnen eher nach Selters zumute. Trotzdem gibt es Sekt. Lisa Koch und BiKaGe-Präsident Markus Jäger-Hott.
Eigentlich ist ihnen eher nach Selters zumute. Trotzdem gibt es Sekt. Lisa Koch und BiKaGe-Präsident Markus Jäger-Hott.

Die Maskerade, die momentan vielerorts verpflichtend ist, würden sich die Fasnachter der BiKaGe gerne ersparen. Dafür müssen sie auf anderes verzichten.

„Jetzt hätten wir schon das zweite Sitzungswochenende hinter uns“, sagt Markus Jäger-Hott. „Und noch zwei Prunksitzungen und dürften uns auf so manches noch freuen.“ Eigentlich! Doch Corona hat auch die zweite Kampagne der Kandeler Fasenachter verhindert. Das tut schon weh, bekennt der Präsident der Bienwaldkarnevalsgesellschaft, besser als BiKaGe bekannt, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Und bitter sei das bei weitem nicht nur für ihn, sondern vor allem für die rund 250 Aktiven Fasenachter, die seit Jahrzehnten ihr Publikum immer wieder begeistern. Nicht nur bei den sechs Prunksitzungen, die neuerdings in der Bienwaldhalle stattfinden. Denn die Eintrittskarten seien beim Publikum so begehrt, dass es alljährlich zu einem echten Wettlauf darum komme.

Doch seit zwei Jahren muss darauf verzichtet werden. Nach der Absage im vergangenen hatte man auf dieses Jahr gehofft. Aber schon frühzeitig sei den Planern der Kampagne klar geworden, dass es unter den gegebenen Umständen besser sei, von vornherein abzusagen. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Arbeit der einzelnen Gruppen. Und davon gibt es nicht wenige. Zählt man alle Teams, die sich bei der weithin bekannten Kandeler Fasenacht zusammen, komme man auf die Zahl 21. Darunter fallen auch die Tanzgruppen, von den ganz Kleinen, auch „Krautwickel“ genannt, bis hin zur großen Garde, mit ihren Trainerinnen.

Für Kinder besonders schade

Vor allem für die Kleinsten im Alter von vier bis sechs Jahren tue es ihr besonders leid, denn sie würden unter Umständen nur trainieren, aber hätten in dieser Formation keinen Auftritt, ergänzt Lisa Koch, seit kurzem auch Vizepräsidentin der BiKaGe. Eigentlich haben die einzelnen Tanzgruppen trainiert, so lange es in den Hallen noch möglich war. Erst Anfang November 2021 war Schluss. Dann musste auch das Training der Tanzgruppen zwischenzeitlich eingestellt werden. Jetzt läuft es langsam wieder an. Man spüre, so sagen Markus Jäger-Hott und Lisa Koch, dass die Gruppen nach wie vor motiviert sind.

Austritte aus dem Verein habe es wegen der Corona-Pandemie nicht gegeben. Die mehr als 850 Mitglieder aus Kandel und Umgebung, seien solidarisch und zahlten ihren Jahresbeitrag. Das ist ja nicht überall so, wie zu hören ist. Schließlich wissen sie auch, was für eine Arbeit hinter den Kulissen geleistet werde und worauf man sich in jedem Jahr freuen kann. Und das sind ja nicht nur die Prunksitzungen oder zum Abschluss der Kampagne das traditionelle Heringsessen. Und dass die Kandeler Fasenachter kein unnötiges Risiko eingehen und niemanden gefährden wollen, das verstehen die allermeisten auch, sagen die BiKaGeler.

Mitglieder und Sponsoren treu

Das gilt aber auch für die zahlreichen Sponsoren, ohne deren Unterstützung das alles gar nicht möglich wäre, sagt Markus Jäger-Hott. Er freut sich über diese Unterstützung durch Firmen und Privatleute, die der BiKaGe zum Teil seit vielen Jahren finanziell unter die Arme greifen. Dennoch habe der Vorstand die Aufgabe, den Verein durch diese Krise zu führen. Ihre Kostüme und Narrenkappen haben Lisa Koch und Markus Jäger-Hott schon mal bereitgelegt, auch der Sekt wurde probiert. Alles für den Fall, dass es am Fasenachtswochenende doch noch etwas geben sollte. Im Freien vielleicht und nicht nur an einer Stelle, damit möglichst viele Menschen wenigstens einen Hauch von Narretei erleben dürfen. Gerade in diesen schweren Zeiten wäre das nicht schlecht.

Präsident Markus Jäger-Hott möchte (und darf) nicht allzu viel verraten, schließlich agieren die einzelnen Gruppen ja ziemlich selbstständig und planen ihre Beiträge in eigener Regie. Das Motto der diesjährigen Kampagne („Die BiKa-Narre sinn erwacht. Im Museum isch jetzt Fasenacht“) deutet ja darauf hin, dass für bessere Zeiten alles vorbereitet ist. Mit Anja I. und Benjamin I. gibt es sogar ein Prinzenpaar, das sich innerlich schon auf eine weitere Amtszeit eingestellt hat, weil in der laufenden Kampagne doch nicht so viele royale Pflichten zu erfüllen waren. Noch ist nicht Aschermittwoch.

Wollen die Narrenkluft nicht ganz an den Nagel hängen und hoffen auf 2023: Lisa Koch und BiKaGe-Präsident Markus Jäger-Hott.
Wollen die Narrenkluft nicht ganz an den Nagel hängen und hoffen auf 2023: Lisa Koch und BiKaGe-Präsident Markus Jäger-Hott.
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