Kreis Germersheim Auf Suche nach „Eh-da-Flächen“

Die FWG hat bei der jüngsten Ratssitzung die Ausweisung von sogenannten „Eh-da-Flächen“ in der Gemeinde Westheim beantragt. Bei Enthaltung der SPD-Fraktion beschloss der Rat diesbezüglich eine Arbeitsgruppe zu gründen. Als deren Leiter schlug Ortsbürgermeisterin Inge Volz (SPD) den Beigeordneten Stefan Leinenbach (FWG) vor.
FWG-Sprecherin Susanne Grabau begründete den Antrag mit dem Rückgang und Verschwinden vieler Tierarten in der heimischen Kulturlandschaft. „Dabei geht es nicht nur um Vogelarten wie Goldammer, Haubenlerche, Feldlerche oder Rebhuhn, sondern auch um zahlreiche Insektenarten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, ohne deren Bestäubungsarbeit es mindestens zwei Drittel unserer Obst- und Gemüsesorten nicht mehr geben würde.“ Der Rückgang vieler für den Menschen nützlicher Insektenarten sei nicht zuletzt auch auf die großflächige und einseitige Nutzung der Feldflur zurückzuführen – verbunden mit einem intensiven Einsatz von Pestiziden, so Grabau. Daher sei es wichtig, außerhalb der bewirtschafteten Gebiete Brachflächen, die sowieso vorhanden, also eh da seien, besonders als Lebensraum für Insekten zu erhalten beziehungsweise anzulegen“. „Flächen ohne erkennbare wirtschaftliche Nutzung im Siedlungsraum oder in der freien Landschaft sollen für die Förderung der Biodiversität (biologische Vielfalt) verfügbar gemacht werden“, zitierte sie aus dem Praxisleitfaden „Eh-da-Flächen“ des Forums „Moderne Landwirtschaft“. Und fügte an: „Wir sehen in unserer Gemeinde großes Potenzial, solche Flächen auszuweisen.“ Um das weitere Vorgehen zu besprechen, solle zunächst eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die sich aus verschiedenen Interessensgruppen zusammensetze. Ihre Fraktion sei in mehreren RHEINPFALZ-Artikeln und im Internet auf das Thema gestoßen, sagte Grabau. Ortsbürgermeisterin Volz wollte wissen, welche Flächen die FWG konkret im Auge habe. Grabau erwiderte, dass der Leitfaden einen genauen Planungsablauf vorgebe, man sich zunächst an einen Tisch setzen solle, um eine Flächenanalyse zu machen. Ihr Vorschlag: schrittweise vorzugehen. Potenzial, Flächen auszuweisen, sah Grabau an den Ortseingängen und Ortsrändern. Uwe Wagner (SPD) sah kein großes Potenzial. Die SPD werde abwarten und sich enthalten. „Wir gehen mit an den Tisch, um zu eruieren, welche Flächen ihr meint.“ Arno Allmann (FWG) stellte klar, dass es nicht um großflächige Bereiche, sondern eher um kleine gehe: „Das können auch Straßenränder sein.“ Sein Vorschlag: Beim Gang durch die Flur Lücken zu finden, wo kein Pestizideinsatz stattfindet, wo es kleine Nischen gibt, in denen es sich lohnen würde, mehrjährige Kräuter anzupflanzen. (nti)