Kreis Germersheim Auch in der Corona-Krise noch farbenfroh
Ja, das ist wohl wahr. Wobei wir trotzdem zu tun haben. Wir färben Eier. Wir gehen auf die Wochenmärkte und verkaufen. Es stimmt, dass durch die Coronakrise der Umsatz spürbar weniger geworden ist. Aber es ist für mich okay. Es gibt viele Leute, denen ergeht es weitaus schlechter. Ich habe ausreichend Arbeit für mich und meine drei Beschäftigten. Ich habe noch keinen wegschicken müssen.
Das liegt wohl am Kerngeschäft des Eierfärbens, das dieser Tage Hochkonjunktur hat?
So sieht es aus. Unsere Eierfärbmaschine gibt es seit ungefähr 45 Jahren, als mein Vater damit anfing. Aus der ganzen Region kommen zu uns Hühnerfarmbetreiber und bringen uns ihre Eier zum Färben. Ungefähr bis zu 3000 Eier können pro Stunde durch die Maschinen gehen. Die bunten Ostereier machen allseits gute Laune. Das halten wir auch in Coronazeiten so. Der Verkauf bei uns auf dem Hof findet statt, aber selbstverständlich mit dem vorgeschriebenen Abstand voneinander.
Wenn die Färbemaschine läuft, ist das alljährlich auch ein Spektakel, bei dem Kinder und Erwachsene gern zusehen. War die Enttäuschung groß, dass das dieses Jahr ausfiel?
Natürlich, aber Gesundheit und Sicherheit gehen vor. Wir hätten vergangenen Palmsonntag einen großen Ostermarkt in Kandel bei uns auf dem Hof gehabt. Bei dem tollen Wetter wären viele hundert Menschen gekommen. Aber um die Besucher und auch uns selbst vor Ansteckung zu schützen, war es richtig, dass der Markt nicht stattfand. Enttäuschungen müssen da hinten anstehen.
Insgesamt hören Sie sich zuversichtlich an. Haben Sie früher schon mal Erfahrung mit ähnlichen Katastrophen gemacht?
Nein. So etwas hat der Adamshof noch nicht erlebt. Aber meine Einstellung gibt mir wohl die Kraft: Was ich nicht ändern kann, muss ich hinnehmen. Ich lebe von klein auf hier auf dem Hof, habe schon immer hier gearbeitet und den Betrieb vor zehn Jahren übernommen, als meine Eltern nicht mehr waren. Die hatten alles aufgebaut und hart dafür gearbeitet. Es war damals klar, dass man den Hof nicht kaputt gehen lassen darf. Deshalb hat sich für mich die Frage, ob ich weitermache, nicht gestellt. Es war selbstverständlich.
Wie blicken Sie in die Zukunft?
Was Corona betrifft: Wir hoffen, dass wir gesund bleiben. Das ist das, was mich zufrieden macht. Ansonsten bin ich zuversichtlich: Diese Krise wird vorübergehen! Wenn alles klappt, wird es 2021 wieder einen schönen Ostermarkt geben. An Palmsonntag, nicht am Karfreitag – das war früher mal der Termin, den wir aber geändert haben. Nächstes Jahr sind auch wieder die Kindergärten und Schulen eingeladen und dürfen die Eierfärbmaschine bestaunen.