Kreis Germersheim Auch außerhalb des Unterrichts für die Schüler engagiert
«Wörth.» Im Europa-Brunnen des Europa-Gymnasiums ist jedes europäische Land durch einen großen Stein repräsentiert, und passenderweise haben sich hier „drei echte Urgesteine“ Liz Jung, Hermann Heil und Dieter Roth eingefunden, um zum Dienstende ihre insgesamt 110 Lehrjahre Revue passieren zu lassen.
Bereits 1979 begann Hermann Heil aus Vollmersweiler seinen Dienst, nach dem Physik- und Sportstudium in Heidelberg. Neben diesen Fächern unterrichtete er immer auch Musik, „weil dies eine große Bereicherung für das Leben ist“. 1981 folgten Liz Jung und Dieter Roth. Liz Jung kam aus dem Saarland, hatte Geschichte und Englisch studiert, und fand an dem jungen Wörth auf den ersten Blick nur sympathisch, dass der Ort „näher am geliebten Urlaubsziel Süden liegt“. Dass sie hier auch von sehr sympathischen und kooperativen Lehrerkollegen erwartetet wurde, zeigte der zweite Blick. Diese gute Stimmung unter den anfänglich 60 und heute über 100 Kollegen machte das Lehren und Arbeiten über all die Jahre hinweg wesentlich fruchtbarer. Nur durch diese freundlich-hilfreiche Atmosphäre waren die zahlreichen Projekte und außerschulischen Aktivitäten wie Schüleraustausch, Studienfahrten, Konzerte, Arbeitsgemeinschaften und Theateraufführungen möglich. Jung leitete seit 1991 den Amerika-Austausch: „Viele Schüler sagen mir, das waren entscheidende Eindrücke für das weitere berufliche Leben.“ Ihren Jugendtraum nach einem gestalterischen Beruf konnte Liz Jung in der Masken- und Kostüm-AG zusammen mit den Schülern „austoben“. Hier lernten sie „mit Kreativität und Einfallsreichtum, aber mit wenigen Mitteln tolle Effekte zu erzielen“. Dies sind wichtige Entwicklungsschritte für junge Menschen, die auch bei den sportlichen Aktivitäten von Hermann Heil von Bedeutung waren. Schwimmen, Radtouren, Wanderungen, legendäre Paddeltouren auf der Dordogne, immer mit der Gitarre dabei, brachten Spaß, förderten neben der Fitness das Miteinander und das Lernklima. „Im Sport war das etwas einfacher als in Physik, „da hilft oft nur praktische Überzeugung“, meinte Heil und erwähnt seinen Nachbau des Foucaultschen Pendels im Schultreppenhaus, „der alle Schüler von der Erdrotation überzeugte“. Sowieso funktionierte die Verbindung Physik mit Segelfliegen, wenn Hermann Heil seine Schüler zum Fliegen auf den Landauer Ebenberg einlud. Auch Dieter Roth aus Kandel unterrichtete Physik, Mathematik und das junge Fach Informatik nach seinem Studium in Kaiserslautern. Recht bald nahm die aufstrebende Informatik in seiner Tätigkeit breiten Raum ein. Über 30 Jahre baute er als Leiter den Fachbereich an der Schule aus, seit zwei Jahren gibt es auch den Leistungskurs Informatik. Was als spannendes Neuland mit drei Apple-Rechnern begann, ist heute eine Medienlandschaft mit über 100 Rechnern. Roth war für die Anschaffung und regelmäßige Erneuerung der Geräte zuständig, was zu Beginn einiger Überzeugungsarbeit und Diskussionen bedurfte. Daneben gehörte zu Roths Aufgaben das Installieren und Wartung der Geräte. Seit 2003 gestaltete und pflegte er die Homepage der Schule und arbeitete aktiv in der Schulverwaltung mit. Und viele Kontakte zu ehemaligen Schülern, den heutigen Maschinenbauern, Elektroingenieuren und Informatikern signalisieren ihm, dass die Hinführung im Wörther Gymnasium ein prima Start ins Berufsleben war. Jung will demnächst Sprachkurse anbieten und ihre kreativen Neigungen ausleben. Außerdem freut sich auf das erste Enkelkind. Davon hat Heil bereits vier, und mit Segelfliegen, Schreinern, Musik und Reisen werden seine Jahre recht ausgefüllt sein. Roth hat sich für „das Leben nach dem Europa-Gymnasium“ bereits einen Oldtimer angeschafft, er wird als Fan seine Fußball spielende Tochter bei Bundesliga-Spielen begleiten oder durch die Pfalz cruisen – ein Stopp in Wörth ist nicht ausgeschlossen.