Kreis Germersheim Ampeln machen Weg für Retter frei
Seit der Nacht auf Donnerstag stehen auf beiden Seiten der Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe Ampelanlagen. Mit ihnen während der Brückensanierung der Verkehr in beide Richtung gestoppt werden.
„Bei Not- oder Unfällen können die Polizei Karlsruhe oder Wörth eine oder beide Fahrtrichtungen komplett dicht machen“, erläutert Oliver Link, Sprecher der Polizei Wörth: „Dann können die Rettungskräfte, möglicherweise sogar als Geisterfahrer, zum Einsatzort fahren.“ Um die Lage auf der Brücke richtig einschätzen zu können, wird der Polizei eine Videoüberwachung zur Verfügung stehen - aus Gründen des Datenschutzes um 15 Sekunden verzögert. „Die Kollegen können sich so einen Überblick verschaffen“, so Link. Allein wegen eines Rettungsfahrzeugs, das einen Kranken in eine Karlsruher Klinik transportiert, werde der Verkehr allerdings nicht gestoppt, so Link. Das sehe das Notfallkonzept nicht vor, das von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei gemeinsam erarbeitet wurde. Hier müsse die Leitstelle sich dann vielleicht eher für einen Hubschraubereinsatz oder eine Klinik links des Rheins entscheiden. „Wir werden nicht für jeden dringenden Liegendkranken die Rheinbrücke sperren können“, bekräftigt Link. Er kann sich aber auch nicht vorstellen, dass die Ampel nicht genutzt wird, wenn es um Leben oder Tod geht. Während der Vollsperrungen, die für einige Wochenende vorgesehen sind, wird es für Rettungsfahrzeuge keine Probleme geben. Die dürfen dann nämlich trotzdem fahren. Einzelne Fahrzeuge bereiten den Betonbauern keine Probleme. „Kritisch wäre allenfalls, wenn zwei Feuerwehrautos über die Brücke fahren“, so Link. Bei kleineren Unfällen im Baustellenbereich bekommen die Fahrer die Anweisung, weiter zu fahren. Bei den Ausfahrten Verkehrsübungsplatz (Richtung Karlsruhe) und Maximiliansau (Richtung Südpfalz) seien Nothalte-Plätze ausgewiesen, sagt Link. Auch sonst sei es Pflicht, bei geringen Sachschäden auf die Seite zu fahren und den Verkehr nicht zu blockieren. „Ich sehe dem Ganzen zuversichtlich entgegen“, sieht Link die Gesamtsituation während Rheinbrückensanierung eher gelassen: „Ich glaube nicht, dass es den großen Verkehrskollaps geben wird, den manche prognostizieren.“ Schließlich sei es nicht das erste Mal, dass es zwischen Karlsruhe und Wörth eng zu gehe. Die Pendler wüssten also, was auf sie zukommt.