Kreis Germersheim Als Neunjähriger mit Zucht begonnen

Prämiertes Prachtexemplar: Vorster Ente von Andreas Haufe.
Prämiertes Prachtexemplar: Vorster Ente von Andreas Haufe.

«Kandel.» Kann man innerhalb eines Monats Europameister und Deutscher Meister werden? Ein Sportler würde das wohl kaum schaffen, aber Thomas Haufe, einem beim Kleintierzuchtverein P 82 Kandel und Umgebung aktiven Geflügelzüchter, ist es gelungen.

Zuerst gewann er bei der „Europa-schau der Kleintierzüchter“, die vom 9. bis 11. November in der dänischen Stadt Henning stattfand, mit seinen acht „Vorster Enten“ die Meisterschaft in deren Klasse. Bei der 137. Junggeflügelschau, die vom 24. bis 25. November in Hannover stattfand und der auch die 45. Bundesschau angeschlossen war, stellte Thomas Haufe zehn seiner „Vorster Enten“ zur Bewertung vor und gewann mit ihnen auch hier den Titel. Anzumerken ist dabei, dass sowohl in Henning als auch in Hannover jeweils sieben von Haufes Enten mit sehr gut bewertet wurden. Eine von ihnen erreichte 97 Punkte und wurde mit dem „Blauen Band“ ausgezeichnet. Es ist dies die höchste deutsche Auszeichnung für ein Federvieh und wird nur in Hannover vergeben. Der in Wörth wohnende Thomas Haufe hat schon mit neun Jahren mit der Züchtung von Federvieh begonnen und ist nun schon seit rund 43 Jahren diesem Hobby treu geblieben. Er betrachtet es als guten Ausgleich zu seiner Arbeit in der Getränke-Industrie. Die aus Belgien stammenden „Vorster Enten“ züchtet Haufe noch nicht lange, wurde die Rasse doch in Deutschland erst vor einigen Jahren in das Rasseverzeichnis aufgenommen. Die Vorster Enten sind relativ groß und haben ein silberweißes, glatt anliegendes Gefieder mit einem fast schwarzen Schnabel und dunklen Füßen. Ihre weißen, grünlich schimmernden Eier wiegen um die 70 Gramm. Thomas Haufe züchtet jedoch nicht nur die Vorster Enten, sondern auch „Deutsche Puten schwarz“ und „Italiener Hühner blau“ finden sich in seiner Zucht. Zurzeit betreut er rund 50 Enten, Puten und Hühner. Die Tiere sind jedoch nicht in der Nähe seiner Wohnung untergebracht. Vielmehr leben sie in freier Natur auf einer großen Wiese mit einem „Zuchthaus“ und Ententeichen, die jeden Tag frisch gefüllt werden. Sein Geflügel erhält, so Thomas Haufe, nur natürliches Futter, ganz ohne chemische Zusätze. Tag für Tag ist er mindestens drei Stunden bei seinen Tieren auf der Wiese und sieht dort nach dem Rechten. „Gottlob hat meine Frau Verständnis dafür“, so der Züchter Haufe, „sonst müsste ich mein Hobby aufgeben.“ Die Freude an der Entenzucht ist anscheinend in den Genen der Familie Haufe fest verankert, denn Thomas Haufes Sohn Tommy züchtet die alte Pfälzer Rasse der „Gimsheimer Enten“ und hat, wie auch schon sein Vater viele Preise gewonnen. Auch Tommy ist, wie sein Vater, Mitglied beim Kandeler „P 82“, denn bei diesem traditionsbewussten Verein mit junger Führung ist man, so ihre Aussage, als Geflügelzüchter bestens untergebracht.

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