Kreis Germersheim Alle Prinzenpaare seit 1963 feiern mit

Die Gäste nutzen die Gelegenheit zum Tanz gerne.
Die Gäste nutzen die Gelegenheit zum Tanz gerne.

Getreu dem Paragrafen 3 des Kölner Grundgesetzes kann nun auch die Bienwald-Karnevals-Gesellschaft (Bi-Ka-Ge) verkünden: Et hätt noch immer jut jejange! Und dass es gleich so gut gegangen ist wie in der Festhalle Wörth, lag nicht zuletzt an einer hervorragenden Organisation, der prächtiger Stimmung im Saal und einer gehörigen Portion Nostalgie. Dabei war der unfreiwillige Umzug für die Jubiläums-Gala der Kandeler Naren zuvor noch von Unsicherheit geprägt gewesen.

„Natürlich hat es Diskussionen gegeben. Denn als Kandeler will man natürlich auch in Kandel feiern“, hatte Markus Jäger-Hott vom 11er-Rat zuvor noch eingeräumt. Schließlich wollten fünf Mal 11 Jahre Bestehen angemessen gefeiert werden. Da die Kandeler Bienwaldhalle aus Brandschutzgründen für eine derartige Veranstaltung nicht frei gegeben wurde, musste man nach Wörth ausweichen. Präsident Karl-Heinz Schöttinger: „Im Fußball gibt es das ja auch, dass ein Verein für ein besonderes Spiel in ein größeres Stadion umziehen muss.“ Um die Phantomschmerzen zu dämpfen, warf sich die Bi-Ka-Ge mächtig ins Zeug. Am Kandeler Bahnhof wurde sogar ein sehr gut genutzter Bus-Shuttle-Service eingerichtet, der Feiernde sicher nach Wörth und wieder zurück brachte. Auch dies war dafür verantwortlich, dass sich die Organisatoren und rund 150 Helfer am Ende über ein Publikum von rund 400 Gästen freuen konnten. Kassenwart Karl-Heinz Amberger resümierte, dass man in Kandel allenfalls rund 250 bis 300 Personen hätte unterbringen können. Und das auch nur dann, wenn man das Catering in einem externen untergebracht hätte. In Wörth stimmte der Rahmen in allen Belangen. Der Festsaal war stilvoll und mit Liebe zum Detail geschmückt, die Verpflegung mit einem Drei-Gänge-Menü sowie Freigetränken an den Tischen ausgezeichnet. Die Band Twink Cats war ein prächtiger Begleiter des unterhaltsamen Programms. Was wurde getanzt! Und dann gab es ja noch das Moderatoren-Trio aus Benjamin Burkard, Tobias Knittel und Klaus Zahneisen. Respekt, mit wie viel Spontanität die erfahrenen Büttenredner locker und unbeschwert durch den Abend führten. Zum Staunen war das Tanzpaar Jessica Kummer und Tobias Kuhn der TSG Bellheim. Bei der diesjährigen deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport haben sie den 3. Platz erreicht. Und jetzt wissen auch die Kandeler, warum dieser Erfolg gelang. Roland Ohmer und Michael Hammer wiederum versetzten den Saal mit ihren Evergreens von Riesling, Fleeschknepp, Gutslständen und zärtlichen Watschen für die linksrheinischen Gelbfüßler in Euphorie. Auch das Krautkopfteam heizte mit elf Hits aus den letzten elf Kampagnen mächtig ein und sorgte für ein angenehmes Wiederhören früherer Klassiker. Am Ende wurde das neue Prinzenpaar Sabine IV. und Volker I. In einem Nilschiff auf die Bühne gezogen. Höhepunkt war der Aufmarsch sämtlicher Prinzenpaare aus 55 Jahren Bi-Ka-Ge. Angeführt wurde die die Bühne nicht fassende Parade von Helga Kimich geborene Roth, der ersten Prinzessin aus dem dem Jahr 1963. „Ich habe das Jahr damals genossen. Und ich kann allen nur raten, so etwas einmal zu machen. Man zehrt ein ganzes Leben davon!“, sagte sie in einem ruhigen Moment. Auch das Jungprinzenpaar Amélie (9) und Luca (13) hat das Jubiläumsjahr begeistert. Die ersten 5x 11 Jahre Bi-Ka-Ge sind nun also Geschichte. Und ob in Wörth oder Kandel: Es spricht alles dafür, dass die kommenden 55 Kampagnen genauso schön werden könnten.

x