Germersheim 750 Jahre Stadtrechte: Plan für das Jubiläumsjahr steht
In der Stadt wird seit vielen Jahren gerne und gut gefeiert. So soll es auch im Jubiläumsjahr 750 Jahre Stadtrechte sein: „Die Stadt erhielt damals auch das Recht, Steuern zu erheben“, sieht es der heutige Bürgermeister Marcus Schaile pragmatisch aus Sicht des Verwaltungschefs. Dadurch sei Germersheim von einer Siedlung zu einer Stadt geworden – wenn es auch gedauert habe. Und wir hatten einmal ein Schloss, „von dem aber nichts mehr zu sehen ist“, räumt Schaile ein. Die Planungen für das Jubiläum sind weit fortgeschritten – und es gibt einige Höhepunkte.
Der „Neujahrsempfang wird ganz im Zeichen des Stadtjubiläums stehen“, sagt Marcus Schaile. Es wird einen „deutlich kürzeren Rück- und Ausblick geben“, so der Bürgermeister weiter. Mit dem Empfang am Sonntag, 11. Januar, werde das Festjahr auch offiziell eröffnet. Bewusst habe man auf eine Veranstaltung am 1. Januar und zum Jahresende verzichtet, da die städtischen Mitarbeiter – vor allem auch die des Bauhofs – schon sehr stark in Anspruch genommen werden.
Motivwagen bei Umzügen
„Wir werden auch beim Faschingsumzug in Germersheim und den Nachbarorten mit einem Motivwagen vertreten sein, der auf die Verleihung der Stadtrechte hinweist“, sagt Schaile. Neben der Festungsstadt sei geplant, in Bellheim und Rheinsheim mitzufahren, vielleicht auch in Herxheim oder Rheinzabern. Nach der närrischen Zeit schließt sich ein Frühlingsball mit dem Verein Gemeinsam für Germersheim und dem Tanzclub Blau Gold an. Der Termin für den Ball, bei dem auch der Ehrenamtspreis verliehen wird, wird wahrscheinlich am 14. März sein. Und am Ende des Monats März wird es die Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Rudolf von Habsburg“ geben. Die „Kronjuwelen werden wohl nicht zu sehen sein“, schränkt der Bürgermeister ein und ergänzt: Doch sicherlich viele interessante Artefakte aus der Zeit des Habsburgers.
Viele Feiern und Jubiläen
Während des Jubiläumsjahres gibt es neben den Feierabendmärkten auch viele weitere Veranstaltungen wie ein Streetfood-Festival im Mai, Vereinsjubiläen (100 Jahre Fischzuchtverein Sondernheim und 40 Jahre Musikschule im Mai oder 100 Jahre VfR Sondernheim sowie 50 Jahre Hundesportverein im Juni) sowie den Kultursommer (vom 17. Mai bis 4. Juli). Auch Maibäume werden wieder in Sondernheim (17.30 Uhr) und in Germersheim (19 Uhr) gestellt – am 30. April. „In Germersheim diesmal einen richtigen vor dem Weißenburger Tor“, sagt Marcus Schaile. Dazu werde es Blasmusik geben und bayrisches Essen. Für Fantasy-Freunde wird es mit Mystika an Fronleichnam eine fantastische Zeitreise durch Epochen und Welten geben. Die Veranstaltung wird wie die bisherigen Mittelaltermärkte sowohl im Festungsgraben der Fronte Beckers als auch auf dem Gelände der Uni stattfinden.
KuSo und Techno
Doch das eigentliche Stadtjubiläum geht mit der Filmvorführung „Hiwwe wie Driwwe“ Mitte April weiter. Gezeigt wird Schaile zufolge der zweite Teil. Und am Sonntag, 17. Mai, „gibt es eine Sonntagsmatinee – Vivaldina“ – innerhalb des Germersheimer Kultursommers. Gezeigt wird auch beim Kultursommer Kino Open Air „Coco Chanel“ und das Kindermusical „Die Zauberflöte“. Ein Stadtwalk und eine Lesung dürfen natürlich auch nicht fehlen. Am 20. Juli geht es mit dem Stadtjubiläum weiter: Das SPA Sinfonieorchester gastiert mit „Musik, Wein und Emotionen“, freut sich Schaile sichtlich. Ein Open Air Kino im Lamotte Park soll mit dem Film „Mama mia“ auf das Picknickkonzert am Folgetag einstimmen. Dann spielt eine bekannte Abba-Coverband. „Für die Jugend gibt es wieder das Technoevent “Nimmerland““, sagt Schaile mit Blick auf jüngere Generationen. Das ist für Samstag, 8. August „in der Uni geplant“.
Von Worms mit dem Rad
Der August ist der Jubiläumsmonat, weil die Stadtrechte am 18. August verliehen wurden. Da dies aber 2026 ein Wochentag ist, wird es bereits zwei Tage früher eine Fahrt nach Worms geben. „Denn dort wird der Oberbürgermeister von Worms dem Germersheimer Bürgermeister eine Urkunde überreichen“, sagt Marcus Schaile. Und danach werde es mit dem Fahrrad zurück nach Germersheim gehen – „nicht zu Pferd wie damals, sondern mit dem Drahtesel“, sagt Schaile. Am Dienstag, 18. August, dem richtigen Jubiläumstag, „wird es – je nach Wetter – entweder in der Stadthalle oder im Hufeisen – einen kleinen Festakt geben und anschließend ein Theaterstück über Germersheim und Rudolf von Habsburg mit Spitz und Stumpf“. Die Veranstaltung werde wegen des Theaterstücks Eintritt kosten.
Festwochenende mit fünf Bühnen
Und von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August, findet das große Festwochenende statt. Die Festmeile erstreckt sich über die Straßen An der Hochschule, Ludwigstraße, Bismarckstraße und Paradeplatz – die teilweise gesperrt sein werden, weil Versorgungsbuden dort aufgebaut sind. Voraussichtlich wird es fünf Bühnen geben – eventuell sogar sechs. Die Standorte sind Eingang Fronte Beckers, Königsplatz, Nardiniplatz, Unigelände, Luitpoldplatz/Paradeplatz sowie vielleicht Weißenburger Tor. „Die Festeröffnung wird am Freitag sein“, sagt Marcus Schaile. Samstagmittags wird es einen Festumzug „Germersheim im Wandel der Zeit“ geben und am späteren Samstagabend einen Großen Zapfenstreich. „Das Abschluss-Musikfeuerwerk wird nach Einbruch der Dämmerung am Sonntagabend sein“, sagt Schaile.
Weihnachtskonzert zum Schluss
Doch das Festjahr ist nach dem Wochenende noch nicht zu Ende. Am 17. Oktober wird es eine „Silent Disco“ geben und am 29. Oktober „bebt die Jakobus-Kirche“, verspricht Marcus Schaile. Denn dann heißt es „Orgel meets DJ OLDE“. Danach geht es mit dem regulären Veranstaltungskalender der Stadt weiter: Freuen dürfen sich Gäste unter anderem noch auf die Kultur- und Museumsnacht sowie den Weihnachts- und den Christkindelmarkt in Germersheim und Sondernheim. Und am 12. Dezember wird es ein Palatina Brass-Weihnachtskonzert mit „Bozen Brass“ geben.