Kreis Germersheim 25 Gäste für 25 Jahre

Placeholder-Image

„Als nach vier Jahren plötzlich der Stern kam, ging das Geschäft los wie eine Rakete. Vorher mussten wir jeden Tag ums Überleben kämpfen.“ Peter Steverding, 20 Jahre lang Sternekoch in seinem Restaurant „Isenhof“ in Knittelsheim, erinnert sich an die Anfänge. Am Mai-Wochenende wird mit Gästen das 25-jährige Bestehen gefeiert.

Zum „Isenhof“ im beschaulichen Knittelsheim kam Steverding fast wie die Jungfrau zum Kind. „Ich habe einem Freund geholfen, der hier ein Lokal eröffnen wollte“, erzählt Steverding. Selbst betrieb er bereits die „Bärenklause“ in Herxheim, mit der er sich bereits als 21-Jähriger nach der Ausbildung im Schwarzwald selbstständig gemacht hatte. Irgendwie sei der „Isenhof“ dabei zu seinem Baby geworden und 1992 wurde es dann „Steverdings Isenhof“. „Wir“, damit meint er seine Lebensgefährtin Petra Dollt und die Kinder, „lebten am Anfang von der Hand in Mund. Aber wir haben immer um Gäste gekämpft.“ Auch die Geduld der Bank, die Kredite im hohen sechsstelligen Bereich ausstehen hatte, zahlte sich aus. Als dem Isenhof 1996 unerwartet der erste Michelinstern verliehen wurde, lief das Geschäft an. „Ich habe von Freunden davon erfahren, die mir zum Stern gratulierten und wusste zuerst gar nicht, was das bedeutet“, schildert der Koch einen der Höhepunkte seiner Laufbahn. Sein Team und er hätten aber schnell gemerkt, dass es mindestens so anspruchsvoll ist, einen Stern zu behalten, wie einen zu erkochen. Die Zahl der Sitzplätze in dem liebevoll restaurierten 550 Jahre alten Fachwerkhaus wurde von 48 auf 28 reduziert. „Damit kamen wir in der Küche, und im Service personell gut zurecht. Verkleinern war die richtige Entscheidung.“ In den 20 Isenhofjahren mit Michelinstern von 1996 bis 2016 hat Steverding 12 Köche und eine Köchin ausgebildet. Er ist stolz darauf, dass fast alle noch auf dem Beruf arbeiten, zwei haben einen eigenen Stern, andere arbeiten in Sterneküchen. Dreimal haben seine Auszubildenden den pfälzischen Wettbewerb C+C-Cup gewonnen. „Die Gastronomie bietet schöne Berufe“, sagt Steverding. Dem Fachkräftemangel müsste man seiner Meinung nach mit familienfreundlichen Arbeitszeiten entgegenwirken. „Es kann doch nicht sein, dass ein Arbeitstag von halbneun morgens bis nach Mitternacht dauert“, macht er deutlich. Auch deshalb ist im „Isenhof“ seit vergangenem Herbst alles anders. Mit einem neuen Konzept löste sich Steverding vom Stern – verspricht weiterhin Top-Qualität, aber ohne Schnörkel. Thementage wie „Schüsselsonntag“, „Orient“ oder „Grill“ bestimmen seitdem das Angebot. Und das werde gut angenommen versichert der Chef. Sein 25-jähriges Bestehen feiert der Isenhof mit 25 Gästen an einer pfälzischen Festtafel in Kooperation mit dem Genussportal vielpfalz.de. Viermal wird diese Tafel vom 28. April bis 1. Mai gedeckt. Unter anderem mit dem „Elwetritsche-Buckel“, der das Beste von Kaninchen (Ohren wie Elwetritsche) und Ente (Schnabel wie Elwetritsche) vereint ... Info: www.isenhof.de, Telefon: 06348 5700.

x