Ausflugstipp
2000 in der Stunde: Bunte Eier am laufenden Band
Mit einem lauten „Plop“ werden die weißen oder braunen Eier mittels Saugnäpfe auf ein Fließband gesetzt und so beginnt ihre Reise. Oder besser gesagt, ihre Verwandlung: Vom Normalo-Ei zum bunt-fröhlichen Osterei: Kugelnderweise geht es erst einmal ins Dampfbad, dann kommt die Farbe ins Spiel. „Blau, Rosa, Gelb, Grün, Orange und Lila“, zählt die kleine Jule aus Kandel die einzelnen Farben auf und zeigt auf die entsprechenden „Farb-Straßen“. Bei dem Mädchen und den anderen Zuschauern, die zum öffentlichen Schaufärben gekommen sind, ist die Begeisterung groß.
Frisch gefärbte Eier können direkt gekauft werden
Die Stimmung in der Halle ist eine Mischung aus den lachenden Gesprächen von Kindern und Erwachsenen, gezückten Smartphones und den unermüdlichen Arbeitsgeräuschen der Maschine. Direkt vor Ort, zwischen Verpackungsmaterial und Eier-Paletten, werden natürlich auch Pläuschchen am Verkaufstisch geführt. Denn die Nachfrage an den frisch gefärbten und teils noch warmen Eiern bricht nicht ab.
Die zeigen sich von dem Trubel rund um ihre Wandlung unbeeindruckt, während sie in der Maschine ihre Reise fortsetzen. Mittlerweile sind sie in die besagten Farb-Straßen aufgeteilt und eingebogen. Es geht hin und her, hoch, runter und ums Eck, bis die bunte Eierschar auch richtig gut getrocknet ist. Zu allerletzt werden sie dann in die bekannten Pappkartons gesetzt, in denen 30 knallbunte Stück Platz finden. Etwa 20 Minuten dauert der Durchlauf für ein Ei in der Färbemaschine des Adamshof, wie Inhaberin Jutta Tschirner erklärt. Sie hat in dieser Zeit alle Hände voll zu tun.
Vier Mitarbeiter sind an der Maschine im Einsatz, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst tut. „Mein Vater hat die erste Maschine vor rund 50 Jahren entwickelt“, erinnert sich Jutta Tschirner. Mittlerweile ist es allerdings eine Neue, die auch schon etwa 15 Jahre Eier färbt. Hauptsächlich sind es Lohnfärbungen. Unternehmen bringen die rohen Eier und holen sie gefärbt wieder ab. Es gibt sie dann beispielsweise auf Wochenmärkten, Hofläden oder im Supermarkt. Zwischen 2000 und 2500 Eiern bekommen in der Stunde ihre Farbe, sagt Jutta Tschirner.
Karussell fahren für den guten Zweck
„Es ist doch immer wieder schön“, meinen auch die Großeltern von Jonas und Noah aus Herxheim, die einen gemeinsamen Ausflug zum Adamshof machen. Nach einer kurzen Farben-Diskussion am Verkaufsstand, hat jeder der beiden Jungs ein frisch gefärbtes Ei in der Hand und strahlt. Nun wollen sie noch zum Spielplatz und zum Biergarten. Davor dreht ein Kinderkarussell in diesem Jahr seine Runden. 50 Cent kostet eine Fahrt, die dann komplett an das Kinderhospiz in Speyer gespendet werden. Eine Herzenssache ist das für Jutta Tschirner, die sich trotz der teils hektischen Tage rund um Ostern, vor allem über die Begeisterung der Kinder für die Färbemaschine freut.
Noch bis Ostern, außer am Dienstag, ist das Schaufärben. An den Feiertagen gibt es ein dann ein zusätzliches Programm auf dem Adamshof, wie das Osterhasen-Fallschirmspringen am Karfreitag gegen 13.30 Uhr.
Info
www.kandel-adamshof.deAusflugstipp
Der Frühling kehrt zurück, die Schulkinder haben Ferien, die Pandemie legt zumindest eine Pause ein – Zeit für Ausflüge in die Region. In einer losen Reihe stellen wir lohnende Ziele vor.