Kreis Germersheim 20 Kilometer für die Ghana-Hilfe
Rund 120 Menschen, darunter einige Kinder und Jugendliche, demonstrierten beim 34. Hungermarsch ihre Solidarität mit Ghana. Die Resonanz war damit etwas geringer, als in den Vorjahren. Einige ließen sich vermutlich vom Nieselregen beeindrucken, der vor dem Gottesdienst niederging. Mit ihrer Teilnahme am Hungermarsch sammelten die Teilnehmer Spenden für Projekte im ghanaischen Akwatia.
Im besonders gestalteten Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Michael Kolb und ansprechend musikalisch gestaltet von der Gitarrengruppe h-Moll, erfuhren die Teilnehmer aktuelles von den Projekten in Ghana und der Situation im westafrikanischen Land. Schwester Miguela war beim Gottesdienst und Hungermarsch anwesend und berichtete in persönlichen Gesprächen. Um ihre angeschlagene Stimme zu schonen, ließ sie ihren Bericht von Schwester Christella vortragen. Ein Schwerpunkt war Bildung, die ein elementarer Bestandteil für den Weg in eine bessere Zukunft ist. Schon 1964 haben die Missionsschwestern eine Krankenschwesterschule gegründet, aus der ein Krankenhaus wurde. Aus einem Lehrerinnenseminar wurde eine Highschool, vergleichbar mit einem Gymnasium, für heute 1400 Schüler. Die Schule wird längst von einer Einheimischen geführt. Vor der Rückkehr der Dominikanerinnen vor einigen Jahren wurden alle Projekte in ghanaische Hände übergeben. Dass die Projekte zuverlässig weitergeführt werden, konnte man sich auf Schautafeln im Eingangsbereich der Kirche ansehen. Afrika wäre ein Partner auf Augenhöhe, wenn die Kolonialmächte Schulen gebaut hätten, statt den Kontinent auszubeuten, ist Schwester Miguela überzeugt. Europa habe eine Kollektivschuld. Was wir für Afrika tun, sei nur eine kleine Wiedergutmachung. Kritisch sieht sie die Einfuhr von Hilfsgütern nach Afrika, die einheimische Märkte kaputt machen, oder den Export von Elektroschrott. Die Leute würden dann Plastikteile verbrennen, um das enthaltene Kupfer zu gewinnen und sich damit einer Gesundheitsgefahr aussetzen. Anhand eines Zitats von Madeleine Delbrêl, demzufolge ein Leben voller Hingabe etwas herrliches sei und Wunder wirke, wünschte der Schirmherr, Weihbischof Otto Georgens, den Teilnehmern, dass ihr Beispiel der Hingabe reiche Frucht bringen möge. Das Grußwort wurde von Gerhard Heil verlesen. Ein Erlebnis ist es immer wieder, wenn die Menschen in einer pfälzischen Kirche das ghanaische Danklied „Danase“ singen. Die Marschierer passierten auf ihrem 20 Kilometer langen Weg vier Kontrollpunkte. Zwei davon werden vom DRK betreut, wo auch Kekse und Tee gereicht werden. In der Turnhalle Hördt versorgt der Missionsausschuss Hördt die Teilnehmer mit Eintopf und Kuchen. Kaffee und Kuchen gab es auch zum Abschluss im Pfarrsaal Leimersheim. Während sich die Teilnehmer auf ihrem Weg rege austauschten, bot die von den Messdienern südlich von Hördt eingerichtete Schweigezone eine Anregung zur inneren Einkehr. Nach einer ersten Hochrechnung zeichnet sich laut dem Vorsitzenden der Aktionsgruppe Ghana, Thomas Danner, ein Spendenergebnis von etwa 15.000 Euro ab. Spendenkonten VR Bank Südpfalz, IBAN: DE98 5486 2500 0000 3763 70, Sparkasse Germersheim-Kandel, IBAN: DE76 5485 1440 0022 0065 06. Im Verwendungszweck bitte die Adresse angegeben damit eine Spendenquittung ausgestellt werden kann.