Karlsruhe / Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel 2. Rheinbrücke: Anonyme Gruppe kündigt Protestcamp an

Im Norden (auf unserem Foto oberhalb) der Rheinbrücke soll eine zweite gebaut werden.
Im Norden (auf unserem Foto oberhalb) der Rheinbrücke soll eine zweite gebaut werden.

Etwas mehr als 10 Menschen zählt die Gruppe „Eine Reicht!“. Einige von ihnen gehören zu den Fridays for Future. Mit der RHEINPFALZ sprechen sie über ihre Gründe.

An der Diskussion um den Bau einer 2. Rheinbrücke will sich jetzt auch eine bisher unbekannte und auch anonyme Gruppe „Eine Reicht!“ beteiligen. Der Name ist programmatisch gewählt: Ziel ist die Verhinderung des Baus der 2. Rheinbrücke samt der Anbindung an die B36.

In die Öffentlichkeit treten will die Gruppe mit einem Protestcamp am Samstag, 6. Mai. Veranstaltet wird das Camp gemeinsam mit Fridays for Future Karlsruhe. Ort soll ein Wäldchen auf der badischen Rheinseite sein, das für den Bau der Trasse abgeholzt werden solle, so „Eine Reicht!“.

„Die Planung der zweiten Rheinbrücke ist Ausdruck einer völlig veralteten, autozentrierten Verkehrspolitik“, sagt einer der Organisatoren der Protestaktion. Die Gruppe „Eine Reicht!“ bestehe seit einigen Monaten aus etwas über zehn Personen und setze sich aus verschiedenen Einzelpersonen der Klimabewegung zusammen. Auch Mitglieder von Fridays for Future seien dabei. „Wir haben uns für dieses Projekt zusammengefunden“, sagt der Mitorganisator, der anonym bleiben möchte.

Die Gruppe erlebe in der Karlsruher Stadtgesellschaft eine große Ablehnung des Projekts. „Wir haben den Eindruck, dass das irgendwann auf das Gleis gesetzt wurde, ohne dass es heute noch den Bedarf gibt“, sagt der Vertreter von „Eine reicht“ im RHEINPFALZ-Gespräch. Da das Stauproblem nicht gelöst, sondern nur in die Stadt verlagert werde, wären die 266 Millionen Euro auch für die Menschen in der Pfalz besser im Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs angelegt, ist er überzeugt. Auf der Pfälzer Seite sei das Netz mit Bussen und Bahnen sehr schlecht ausgebaut. „Das ist ein Blödsinnsprojekt, das wir stoppen zu müssen.“

Wie viele Menschen an der Demonstration am 6. Mai teilnehmen werden, darüber wagt der Vertreter von „Eine reicht!“ keine Prognose. Nur so viel: „Es wird nicht klein.“ Eine dreistellige Personenzahl erwarte er schon. Als Ort für den Protest habe man das Waldstück ausgewählt, das für den Bau der zweiten Rheinbrücke „leider weichen müsste.“ Schon am Freitag starte dort ein Protestcamp, das in Form einer Mahnwache bis Sonntag laufen soll. Dabei sollen auch Aktionsformen eingeübt werden.

Bei der Demonstration ab 12 Uhr soll es Reden von Fridays for Future und anderen Klimagruppen sowie Musik geben. Aus der Karlsruher Innenstadt ist eine gemeinsame Fahrradanreise geplant. „Mit der einen Aktion ist es nicht vorbei“, kündigt der Mitorganisator weitere Proteste an. Die Demonstration am 6. Mai sei eine „symbolische Warnbesetzung“, vergleichbar mit einem Warnstreik der Gewerkschaften. Der Autoverkehr werde mit der Aktion am Rande des Straße nicht behindert.

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