Kreis Germersheim 1800 Daimler-Arbeiter protestieren
Mehr als 1800 Beschäftigte des Daimler LKW-Werks folgten dem Aufruf der IG Metall und demonstrierten gestern eine Stunde während der Arbeitszeit für ihre Forderungen unter dem Motto „Feuer und Flamme für unsere Arbeitsplätze“. Dazu versammelten sich die Mitarbeiter vor der Kantine und zogen in einem mehrere hundert Meter langen Demonstrationszug zum Ort der Gespräche zwischen Werksleitung und Betriebsrat.
Anlass sei das Bestreben von Daimler, 850 Arbeitsplätze an Fremdfirmen auszulagern, so die IG Metall in einer Mitteilung. Dabei habe die kompromisslose Art und Weise der Gesprächsführung viele Mitarbeiter erzürnt. Auf der Betriebsversammlung vor wenigen Tagen habe der Betriebsratsvorsitzende Thomas Zwick deutlich die Ansprüche der Mitarbeiter formuliert: „Wir wollen das Werk und die Arbeitsplätze zukunftssicher machen und brauchen daher die verbindliche Umsetzung der angekündigten Investitionen in neue Produkte und Anlagen. Es reichen keine Lippenbekenntnisse mehr aus. Wir fordern, dass es keine materiellen Nachteile für von Veränderungen betroffenen Mitarbeiter gibt. Zusätzlich erwarten wir eine Regelung zur Übernahme von Leiharbeitern, die den betreffenden Kollegen eine Perspektive in der Stammbelegschaft eröffnet. “ Über diese Themen sprachen gestern Betriebsrat und Management am Standort Wörth zum wiederholten Mal. Mit mehreren Redebeiträgen haben Vertrauensleute der IG Metall ihren Forderungen Nachdruck verliehen, so die Mitteilung. Es ging dabei um langfristige Beschäftigungssicherung durch Aufwertung des Standortes Wörth im weltweiten LKW-Verbund, um die Notwendigkeit neuer Ausbildungsberufe zur Bearbeitung der Zukunftsaufgaben, um den Schaffung von Arbeitsplatzen für einsatzeingeschränkte Mitarbeiter, eine Perspektive für die über 750 Leiharbeiter, die Notwendigkeit der Prüfung eines Zurückholens ehemals ausgelagerter Bereiche und den Anspruch zur Bekämpfung des Lohndumpings, dass die externen Dienstleister sich einer Tarifbindung mit der IG Metall unterwerfen müssen. Ähnliche Protestaktionen habe es im Daimler-Lastwagenwerk bereits im Juli und August gegeben, so die IG Metall.