Kreis Germersheim 1000 Wohnungen „abgemeldet“
Die Einführung einer Zweitwohnungssteuer hat erwartungsgemäß zu einem Rückgang der Zahl der Nebenwohnsitze in der Stadt Wörth geführt. Die Steuer war am 11. Januar eingeführt worden; wer bis zum 30. Juni einen Nebenwohnsitz abmeldete, konnte der Steuer entgehen. Zwischen 31. Dezember 2017 und 31. Juli sank die Zahl der Nebenwohnungen von 1272 auf 271.
Zum Jahresende 2017 gab es 1272 Nebenwohnungen in der Stadt Wörth. Dies entspricht einem Anteil der Nebenwohnungen von 6,5 Prozent an der gesamten Einwohnerzahl (Summe aus Haupt- und Nebenwohnsitzen). Ende Juli waren nur mehr 271 Nebenwohnsitze gemeldet (1,4 Prozent der Einwohnerzahl). Die Zahl der Nebenwohnungen sank am stärksten in Mai: In diesem Monat wurden 496 Nebenwohnsitze abgemeldet. Der Anteil der Nebenwohnungen entspricht damit dem Anteil in der Stadt Landau (am 31. Juli 1,6 Prozent), wo ebenfalls eine Zweitwohnungssteuer erhoben wird. In Kandel und Germersheim (keine Zweitwohnungssteuer) lag der Anteil bei jeweils 5,5 Prozent. Besteuert werden Nebenwohnungen in der Stadt Wörth. Die Höhe der Steuer beträgt zehn Prozent der Nettokaltmiete. Ausnahmen gelten unter anderem für Verheirateten und Lebenspartner, die sich ausschließlich aus beruflichen Gründen im Stadtgebiet aufhalten oder für Studierende, die im Elternhaus im Stadtgebiet einen Nebenwohnsitz haben. In der Stadt Wörth wird derzeit in 49 Fällen die Zweitwohnungssteuer erhoben, so Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) auf RHEINPFALZ-Anfrage. Laut Nitsche erwartet die Stadt jährliche Einnahmen von 13.500 Euro. Allerdings ist bei rund 100 Fällen noch unklar, ob die Steuer fällig wird. Der von ihm angestrebte Bereinigungseffekt sei eingetreten, da eine hohe Zahl Karteileichen verschwunden seien, so Nitsche. Zwischen 31. Dezember und 31. Juli stieg die Zahl der Hauptwohnsitze um 204 auf 18.657, davon waren 21 Ummeldungen von Neben- auf Hauptwohnungen. Die Zahl der Hauptwohnsitze spielt eine Rolle für Schlüsselzuweisungen, also die Anteile, die die Stadt aus den Steuereinnahmen von Land und Bund erhält. Der Wörther Stadtrat hat am 21. Dezember 2017 die Einführung einer Zweitwohnungssteuer beschlossen. Die SPD stimmte geschlossen dafür, auch einige Mitglieder der Koalition aus CDU und Grünen stimmten – gegen die Meinung der jeweiligen Fraktionssprecher – für die Einführung der Steuer.