Meinung Ärger mit Obdachlosen: Bis etwas Schlimmeres passiert

War es eine sorglos weggeworfene Zigarette oder doch eine mutwillig entsorgte Zigarette, die zum Brand führte?
War es eine sorglos weggeworfene Zigarette oder doch eine mutwillig entsorgte Zigarette, die zum Brand führte?

Verantwortliche sagen, wir tun, was möglich ist. Doch passiert etwas, können sie alle die Verantwortung nicht von sich weisen.

Einst wohnten Obdachlose, die teilweise offensichtlich psychische Störungen aufwiesen, in der Stadtmitte, direkt am Königsplatz im alten Polizeigebäude. Für die Anwohner war das nicht schön, sprangen diese psychisch Beeinträchtigten doch teilweise über Mauern in die benachbarten Grundstücke oder hingen mal an Fensterbrüstungen. Auch ein mit einem Messer Bewaffneter lief schon mal über den Königsplatz.

Dann wurden Wohncontainer angeschafft, weil es immer mehr Obdachlose und Asylsuchende in der Stadt gab. Sie wurden an den Ortsrand in ein Wohngebiet verbannt, das in der Festungsstadt früher keinen guten Ruf hatte. Der hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch deutlich gebessert – bis diese besonderen Obdachlosen in die besagten Container einzogen. Einer der Bewohner fand darin seinen Tod, lag tagelang unentdeckt in seiner Unterkunft. Auch er tyrannisierte krankheitsbedingt das Wohngebiet, wenn er seine Medikamente nicht nahm. Einer der Bewohner verletzte sich bei dem Brand der Wohncontainer im Februar dieses Jahres schwer. Er hätte auch sterben können.

Der Lärm, der Krach, das Verhalten einiger der Bewohner führte letztlich zu großen Spannungen im Wohngebiet. Eben weil sich diese Menschen nicht an gesellschaftliche Regeln halten wollen oder können. Aber weder die Bemühungen der Wohnbau, noch der Stadt, noch des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Heiner Butz, der sehr viel versuchte, trugen Früchte. Das Land müsste hier Hilfe anbieten, tut es aber nicht. Dass Exkremente herumgeworfen werden, eine Nachtruhe nur noch selten eingehalten wird, einfach Grundstücke betreten werden – das alles ist nicht zu tolerieren. Die Anwohner müssen sich das nicht gefallen lassen.

Anwohner haben Lärmprotokolle geführt. Genützt hat das nichts. Immer wieder kommt es zu Wortwechseln mit den herumschreienden Obdachlosen. Aber irgendwann wird es nicht mehr bei Wortwechseln bleiben. Die Schuld tragen dann Land, Stadt, Gerichte – die zugesehen haben, wie sich eine Lage weiter zuspitzt. Benötigt wird möglicherweise eine andere Art der Betreuung, vielleicht sogar eine rund um die Uhr, damit sich um psychisch Kranke richtig gekümmert wird. Das ist Sache des Landes, hier mehr Plätze zur Verfügung zu stellen. Die Anwohner sagen: „Es reicht.“

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