Kreis Bad Duerkheim Zunge abgeschnitten

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Ende der Fahnenstange: Die sogenannte Fahnenspitze aus Deponiefeld 3 am Dürkheimer Bruchhübel ist gekappt, damit können Schadstoffe aus der BASF-Altlastenkippe nicht weiter ins Bruch vordringen. Sagen die Fachfirmen, die im Auftrag des Konzerns und im Abgleich mit der Aufsichtsbehörde SGD Süd an der Sanierung der leckenden Deponiekörper arbeiten. Als nächstes soll, wie mehrfach berichtet, die „Quelle“ abgeschottet werden.

Als „Operation am offenen Gewässer“ hat die Lokalredaktion schon einmal die Methode betitelt, mit der die Fachingenieure seit November 2013 die Ausbreitung kontaminierter Ausspülungen aus BASF-Feld 3 zum Stoppen bringen wollten. Denn im ersten von mehreren Schritten und Bauabschnitten im Bruchgelände wurde ein Bypass am Wassergraben E35 gelegt, der ihn um etwa 20 Meter nach Norden versetzt um das jetzige Ende der unterirdischen Fahne, die eher die Form einer Zunge hat, umleitet. In Höhe der Deponie wurden südlich des Grabens auf jeweils rund 300 Meter Länge zwei parallele Flachdrainagen in den Boden verlegt. Sie fangen die Problemwässer aus Feld 3 auf und leiten sie durch Pumpen unter dem mittleren Bruchweg hindurch aufs Gelände der Dürkheimer Kläranlage. Dort werden sie in einer Wasseraufbereitungsanlage mit Aktivkohlefiltern „vorgespült“ und danach ins Klärbecken abgelassen. Das durch den Bypass „ausgeklammerte“ Stück E35 wurde mit Sammelschächten bestückt und ansonsten verfüllt. Diese Sanierungstechnik funktioniert seit nunmehr einem Jahr wie gedacht, legten die beteiligten Firmen beim jährlichen Infoabend von BASF und SGD Süd am Donnerstagabend im Dürkheimer Haus dar. Die Drainagen erfassten die gesamte Breite der Schadstoffzunge (es kann also nichts nebendran vorbeisickern), Folien sollen verhindern, dass weiterhin Grundwasser in den Graben eindringen und Schadstoffe aufnehmen kann. Bis auf die Begrünungsarbeiten im Frühjahr und die „Reparatur“ des mittleren Bruchwegs samt neuer Asphaltierung ist dieser erste von drei Sanierungsschritten abgeschlossen. Die Wasseraufbereitung laufe zuverlässig. Aus der Norddrainage werden 700 bis 800 Kubikmeter im Monat entnommen, aus der Süddrainage bis zu 1400 Kubikmeter. Am Auslauf der Kohlefilteranlage in die Kläranlage werden alle Grenzwerte für die überprüften Schadstoffe eingehalten. „Die Schadstofffahne breitet sich nicht weiter aus“, sagte ein Fachingenieur der Firma BCE in Koblenz, der zudem bereits von einer Trendwende sprach: Die Schadstoffwerte, die durch regelmäßiges Monitoring über knapp 30 Messstellen quartalsweise bis jährlich gemessen werden, erwiesen sich demnach schon deutlich niedriger, wie an Grafiken dargestellt. Zweiter Schritt des Gesamtkonzepts ist die Sanierung der Schadstoffquelle selbst, sprich: BASF-Feld 3. Wie bereits berichtet soll dazu der gesamte Deponiekörper unterirdisch eingekapselt werden – rundum mit einer sogenannten Dichtschlitzwand, nach unten könne durch eine wasserundurchlässige Schicht nichts ausdringen. Diese Schicht, der sogenannte Leithorizont, ist zwischen zweieinhalb und fünf Meter dick, wie ergänzende Untersuchungen mittlerweile ergeben haben. Angeordnet hatte sie die SGD, ein Vertreter des beauftragten Weltkonzerns ERM mit deutscher Niederlassung in Neu-Isenburg stellte Vorgehen und Ergebnisse vor. Insgesamt dreimal und mit neun bis zu 40 Meter tiefen Bohrungen seien der Leithorizont, mit mehr als 30 Bohrungen der Obere und der Mittlere Grundwasserleiter durch den Deponiekörper hindurch und zwischen Quelle und Fahnenspitze untersucht und dabei auch ergänzende Messstellen eingerichtet worden. Die Erkenntnisse nach Aussage von ERM: Man kennt nun das Ausmaß des unterirdischen Feldes und kann entsprechend den exakten Verlauf der Dichtschlitzwand planen. Der Leithorizont deckt Feld 3 flächendeckend nach unten ab und kann die Wand aufnehmen. Die beiden Grundwasserleiter sind hydraulisch wirksam getrennt, außerhalb des skizzierten Deponiekörpers wurden keine Schadstoffe festgestellt. Die Methode der Einkapselung funktioniere also auch, sind sich die Ingenieure sicher. Bis Ende des Jahres sollen sie nun für die BASF eine genehmigungsfähige Planung ausarbeiten, für deren Prüfung durch die Aufsichtsbehörde ein weiteres Jahr veranschlagt wird. Ab 2017 kann dann mit dem Bau der Dichtwand begonnen werden, so sieht es der aktuelle Zeitplan vor. (psp)

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