Meckenheim
Zeitfenster bestimmt die Route
Am liebsten dreht der ehemalige Bürgermeister von Meckenheim mit seiner Frau Martina und seinen beiden Hunden eine Runde durchs Feld. Beim Laufen kann er schnell und effektiv entspannen, seine Gedanken sortieren und sich auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Denn es sind deren zahlreiche: ob bei seinem Arbeitgeber, dem Landessportbund, oder in seinen zahlreichen Ehrenämtern, die er immer noch innehat.
Wenn sich ein größeres Zeitfenster auftut, läuft das Ehepaar Dopp gerne durch den Pfälzer Wald. Bevorzugte Strecke: zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim. Startpunkt ist der Parkplatz westlich von Deidesheim am Eingang des Sensentals. Gleich mehrere Möglichkeiten eröffnen sich den Wanderern von dort. Je nach Wetter, Laune und Zeit kann die Runde verlängert, intensiviert oder abgekürzt werden. Wenn es im Sommer zu heiß ist, dann ist der Weg durch den Wald angenehmer. Doch locken Sonnenstrahlen bei kühlen Temperaturen, dann nehmen die Dopps gerne den Weg entlang des Waldrands Richtung Norden.
„Schöne Zeit als Bürgermeister“
Vor zweieinhalb Jahren gab Heiner Dopp sein Amt als Bürgermeister von Meckenheim ab – nach zwanzig Jahren. Er sei oft gefragt worden, was er nun als Rentner mit seiner Zeit anfangen wolle. „Dabei bin ich gar kein Rentner. Mein Arbeitgeber ist der Landessportbund. Meine Tätigkeit als Bürgermeister war ein Ehrenamt“, sagt der 65-Jährige lachend.
Dopp war in Meckenheim während seiner Amtszeit immer präsent – auf allen Veranstaltungen und allen Sitzungen. Jetzt habe er mehr Freizeit, die er gerne mit seiner Familie und Freunden verbringe, sagt er. Immer noch sei er politisch interessiert, lese viel und diskutiere gerne, aber er sei nicht mehr aktiv dabei. „Das war eine schöne Zeit als Bürgermeister, in der ich viele Erfahrungen auch für mich selbst machen konnte und gute Begegnungen mit interessanten Menschen hatte. Aber ich wollte nie einer der alten Männer werden, die in Sitzungen von der Vergangenheit erzählen und die man irgendwann aus dem Amt drängen muss“, so Dopp. Deshalb sei die Zeit reif gewesen, sich aus der aktiven Phase der Kommunalpolitik zurückzuziehen.
Der Sportler Dopp, der auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Hockeyspieler zurückblicken kann, ist noch heute täglich mit seinem Sport verbunden. Seit 31 Jahren ist der 286-fache Nationalspieler beim Landessportbund in Mainz angestellt. Er ist Landestrainer für das Saarland und Rheinland-Pfalz, Leistungssportreferent und für die Trainerausbildung zuständig. Zudem trainiert er Mannschaften in Speyer und in Frankenthal – was wohl ziemlich einmalig ist, als Trainer zweier Vereine tätig zu sein.
In Pandemie Kreativität des Trainers gefragt
Gerade in den vergangenen zwei Jahren war seine Kreativität und Flexibilität als Trainer gefragt. Er habe als großer Vorturner beim Zoom-Athletik-Training im vergangenen Winter Jugendliche trainiert, sagt er mit einem Schmunzeln. Das Training musste trotz aller Einschränkungen sinnvoll und abwechslungsreich gestaltet sein. Darum habe er sich viele Gedanken gemacht. „Da gab es Hockey-Parcours im Wohnzimmer mit dem Karton-Innenleben von Toilettenpapierrollen, oder ein Sporträtsel, Wochenfitnesspläne oder Laufen in Zweier- oder Vierer-Gruppen“, erzählt der mehrfache Olympiateilnehmer Dopp. „Das Training war ganz anders als üblicherweise, und setzte verstärkt auf Selbstorganisation und Disziplin. Insgesamt kann man von einer positiven Erfahrung sprechen.“
Seine Arbeitszeiten liegen in den Nachmittag- und Abendstunden und am Wochenende. In seiner freien Zeit engagiert er sich für Projekte, die er einfach sinnvoll findet. Da ist zum Beispiel der Bürgerbus der Verbandsgemeinde Deidesheim, zu der Meckenheim gehört. Ein- bis zweimal im Monat fährt er morgens Menschen, die nur eingeschränkt mobil sind. Auch begleitet er diejenigen zu den Impfzentren, die selbst keine Möglichkeit haben, dorthin zu kommen. Er ist in einem Streuobstwiesen-Projekt involviert und trifft Meckenheimer beim Boulespiel am Rathaus.
Ausgeprägtes Wettkampfgen
Spielen ist eines seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen. Gemeinsam mit Freunden, mit der Familie oder mit Martina, seiner Frau. Verlieren liegt ihm allerdings nicht so – dem Sportler mit ausgeprägtem Wettkampfgen. Das allerdings weckt den Ehrgeiz seiner Mitspieler, was immer mit freundlicher Frotzelei verbunden ist. Im Mai des kommenden Jahres wird Heiner Dopp tatsächlich Rentner. Aber ob es dann ruhiger um ihn wird, glaubt er nicht. „Ich habe schon einige Pläne.“
Die Serie
Ferien ohne Stress und Stau? Nichts einfacher als das. Wandern im Pfälzerwald ist entspannend und naturschonend. In unserer Serie „Wandern in der Region“ präsentieren Menschen, die in den Verbandsgemeinden oder in Haßloch eine besondere Rolle spielen, Wandervorschläge und erklären, was Wandern für sie bedeutet.
