Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wurstmarkt: Vertreter der Partnerstädte geraten ins Schwärmen

Treffpunkt zur Führung über den Platz: das Jupiter-Riesenrad.
Treffpunkt zur Führung über den Platz: das Jupiter-Riesenrad.

Ein Blick hinter die Kulissen des Wurstmarkts durften die Vertreter der Bad Dürkheimer Partnerstädte bei einer besonderen Führung am Samstag werfen.

Mit etwa 1000 Bewerbungen sei das Interesse an Schaustellern, die Teil „unseres Wurstmarktes“ sein wollen, fast auf Höhe des Oktoberfestniveaus in München, betonte Markus Brill. Der seit 2017 aktive Marktmeister erläuterte zu Beginn der Führung „Vor und hinter den Kulissen des Wurstmarktes“ zum Programm der Partnerstädte den Organisationsprozess.

In diesem Jahr seien etwa 270 Schausteller und Gastronomen auf dem Festplatz vertreten. Auch die Sicherheitslage auf Volksfesten sprach Brill kurz an: „Die Leute haben sich wohlgefühlt“, gab er Rückmeldungen von Besuchern sowie der Polizei auf dem Festplatz weiter. Schausteller René Bauer aus Worms, der die Führung leitete, bedankte sich für die reibungslose Organisation. Der Festplatz sei immer ordentlich und sauber angelegt, was ihn sehr freue.

„The King“ zuerst angesteuert

„The King“ war das erste Geschäft, das die etwa 50 Personen starke Partnerstädte-Gruppe auf ihrem Weg über den Wurstmarktplatz ansteuerte. Das Karussell, das sich in einer schaukelähnlichen Bewegung überschlägt, steht bereits zum neunten Mal auf dem Platz. Innerhalb der drei-minütigen Fahrtzeit können Festbesucher drei 360-Grad-Drehungen erleben. Unweit davon erfolgte bei der „Früchte Oase“ der nächste Stopp. Bad Dürkheims Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt durfte am Stand von Marcel Brückel selbst Hand anlegen und sich ihren eigenen Schoko-Fruchtspieß herstellen. Die Teilnehmer durften eine große Auswahl an Schokofrucht-Spießen verkosten.

Als eine der Neuheiten auf dem Wurstmarkt präsentierte Bauer „Escape“: „Man wird auf einer 20 Meter großen Rotationsscheibe herumgeschleudert“, erläuterte Felix Köhrmann, Sohn des Besitzers, das turbulente Vergnügen. Weiter ging es zu „Lotto-Bingo“ von Ramon Lambertz. Hier erwies sich die Bad Dürkheimer Weinprinzessin Denise Stripf als talentierte Ansagerin und Losverkäuferin, als sie spontan das Mikrofon in die Hand gedrückt bekam.

Denise Stripf bekommt das Mikro

Das „Hansa Derby“ war dann der Schauplatz eines Pferderennens zwischen Vertretern der Fraktionen im Stadtrat und der Partnerstädte. Landtagsabgeordneter Markus Wolf (CDU) gewann knapp vor Stripf. Die meisten Teilnehmer der Führung nahmen die Einladung zur Probefahrt auf Nickels „Super Wellenflug“, ein Fahrgeschäft mit langer Wurstmarkt-Tradition, dankend an. Bei etlichen schienen Erinnerungen an die Kindheit geweckt worden zu sein – zumindest gab es viele strahlende Gesichter nach der Landung. Auch beim Propeller „Anubis“ war eine Probeflug möglich: Zu den mutigen Testern gehörte Jasmine Browne, Bürgermeisterin der englischen Partnerstadt Wells.

In der „Mühle“ durfte der Durst gelöscht werden, zum Abschluss der Tour konnte das aufwendige Backwerk von „Die kleine Backstube“ bestaunt werden. Das Gebäck wird jeden Tag frisch auf dem Markt zubereitet – und das seit vielen Jahren. Die Gäste aus den Partnerstädten waren begeistert vom Dürkheimer Wurstmarkt. Andreas Kibler, Vorsitzender der FWG Kempten, beeindruckte die Größe des Wurstmarktes. Er war bereits zum dritten Mal vor Ort: „Die Kombination aus Gastronomie, Fahrgeschäften und Buden ist beeindruckend. Mir gefällt die Vielfalt und die Lebensfreude.“

Trotz Problemen das Leben genießen

Auch Browne lobte die Pfälzer Gastfreundschaft. Sie liebe Land und Leute und genieße ihren ersten Besuch. „Bei uns gibt es nichts Vergleichbares“, sagte Browne. Jedoch sind Fragen zur Sicherheit auf Volksfesten für sie nichts Neues. Sie sei mit Blick auf den Nordirland-Konflikt in unsicheren Zeiten aufgewachsen, berichtet sie. Trotz Problemen müsse man das Leben genießen. „Unsere Freundschaft ist größer als jegliche Gefahren“, ist ihr Lebensmotto. Den Wurstmarkt zu genießen weiß auch Danielle Mlynarski aus Paray-le-Monial. Die ehemalige „Sécretaire du Comité de Jumelage“ kümmerte sich 20 Jahre lang um den Austausch zwischen Bad Dürkheim und ihrer französischen Heimatstadt. Nun sind sie und ihr Ehemann nicht mehr als Austauschpartner, sondern als offizielle Gäste der Stadt auf dem Wurstmarkt unterwegs.

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