Kreis Bad Duerkheim Wo Bürgermeister Zumba tanzen

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Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es eine Welle von Sportvereinsgründungen, dazu gehörte im Jahr 1890 auch der Turn- und Sportverein Friedelsheim. Am frühen Samstagabend wurde der 125. Geburtstag des ältesten und größten Friedelsheimer Vereins mit einem Festakt in der Schwabenbachhalle gefeiert.

Vertreter der Nachbarvereine Wachenheim (Gründungsjahr 1883), Gönnheim (1891) und Ellerstadt (1899), politisch Verantwortliche von Gemeinde und Verbandsgemeinde sowie die Vertreter verschiedener Sportsparten gratulierten. Der damals noch Turnverein Friedelsheim genannte Sportverein ging aus dem zehn Jahre zuvor gegründeten Gesangverein hervor. Auf der hellblau-goldenen Vereinsfahne, die beim Festakt hinter den Rednern zu sehen war, steht denn auch Gesangverein. Der Zusatz Turn-Club wurde später hinzugefügt, wie man beim Restaurieren der Fahne zum 100-jährigen Jubiläum herausfand. Im Turn-Club hatten sich am Turnen interessierte Männer zusammengefunden. Der Friedelsheimer Turnvater, Georg Stapf, nahm die Sache in die Hand und 1890 tauchte der Friedelsheimer Turnverein erstmals im „Dürkheimer Anzeiger“ auf. Im gleichen Jahr trat der Verein dem Pfälzer Turnerbund bei. Während der beiden Weltkriege lag das Vereinsleben brach. Im Februar 1946 wurde bei der französischen Besatzungsmacht die Wiederzulassung beantrag und im April der „Sportverein Friedelsheim“ wiederbegründet, allerdings noch ohne Eintrag ins Vereinsregister. Dort taucht der Sportverein erst im Mai des Jahres 1953 als Turn- und Sportverein Friedelsheim 1890 auf, der Name unter dem der TuS bis heute firmiert. 1926 wurde der „Turn- und Spielplatz“ an der Dürkheimer Straße eingerichtet, auf diesem Rasengelände wird heute noch Fußball gespielt. Mit dem Bau des TuS-Vereinsheim in seiner heutigen Form wurde 1955 begonnen, 1960 war das Haus fertig. 1979 kam die westlich an das Vereinsheim angrenzende Mehrzweckhalle (Schwabenbachhalle) der Gemeinde dazu. Im gleichen Jahr wurde Werner Wagner zum Vorsitzenden des TuS gewählt – er ist es mit rekordverdächtigen 36 Jahren bis heute, seine Frau Gudrun wacht genauso lange über die Vereinsfinanzen. Nachzulesen ist die Vereinshistorie in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum, Vereinsarchivar Karl Urban hatte sie zusammengetragen. 2014 bekam die Fassade des Vereinsheims mit dem Vereinslogo ein modernes Erscheinungsbild. Die Festrede unter der Überschrift „die Anfänge des Turnens und des Sports in der Pfalz“ hielt der Geschäftsführer des Sportbundes Pfalz, Martin Schwarzweller, ein Mann mit persönlicher Bindung zum Verein – er war vor Jahren Fußballtrainer beim TuS. Heute gebe es 1000 Sportvereine mehr als 1970, es engagierten sich so viele Ehrenamtliche wie noch nie. Der TuS sei ein „unverzichtbarer Bestandteil für den Zusammenhalt der Gemeinde“, betonte Ortsbürgermeister Peter Fleischer, aus einfachen Anfängen sei ein moderner Mehrsportverein geworden, in den die Jugend eingebunden sei. Der Gemeinde erwachse daraus die Verpflichtung des Erhalts der Schwabenbachhalle. Der Sportverein gehöre wie die Kirche und die Wirtschaft zum Dorf, meinte Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel. Sportvereine hätten die Fähigkeit zu integrieren. Alle Gratulanten aus Politik, örtlicher Wirtschaft und Vereinsleben hatten den obligatorischen Umschlag als Geburtstagsgeschenk dabei. Durch den Abend führte Vereinsvize Karl Geib, der Posaunenchor Friedelsheim-Gönnheim umrahmte den Festakt musikalisch. (mkö)

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