Bad Dürkheim
Wie das Ehepaar Bilfinger in Ghana hilft
„Wir kamen gegen Abend, die Zeit zum Wasser holen, spontan und überraschend für die Menschen im Dorf. Es war eine Freude zu sehen, wie einfach Erwachsene und Kinder den Brunnen benutzen können.“ Mechthild Bilfinger erzählt begeistert von ihrem Besuch in Akpatanu, dem kleinen Dorf in Ghana, das dank der großzügigen Unterstützung von ihr und ihrem Mann Rudi seit drei Jahren einen eigenen Brunnen mitten im Dorf hat. Nicht nur zu sehen, welche große Hilfe sie mit ihrem Engagement für die Menschen geschaffen haben, erfüllt die beiden mit Freude, ihr Beispiel hat auch Schule gemacht. „Es hat offensichtlich eine Welle ausgelöst“, erzählt Rudi Bilfinger beeindruckt. Inspiriert von dem Artikel im August 2021 in der RHEINPFALZ und wohl auch durch den damals erschienenen Film „König Bansah und seine Tochter“ haben sich zahlreiche weitere Unterstützer gefunden. „Unser Brunnen war der siebte, jetzt gibt es 23 in der Region“, sagt Bilfinger.
König betreibt Kfz-Werkstatt in Ludwigshafen
Der Brunnenbau gehört zu den Hilfsprojekten, die König Céphas Bansah initiiert und koordiniert. Sein Königreich ist Hohue im Bezirk Gbi in der Voltaregion im Osten Ghanas, sein Volk gehört zu den Ewe, die in Ghana und Togo leben. Bansah lebt die meiste Zeit aber in Ludwigshafen, betreibt dort immer noch eine Kfz-Werkstatt. Von Deutschland aus organisiert er viele Hilfsprojekte für sein Volk. Die Bilfingers sind mit dem König eng befreundet und waren 2017 auf einer gemeinsamen Reise auf die Situation dort aufmerksam geworden. „Das Wassersystem in Ghana ist katastrophal“, erzählt Rudi Bilfinger. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nicht nur, dass sie Wasser häufig über viele Kilometer schleppen müssen, es ist außerdem verdreckt, da sie es aus einfachen Wasserstellen oder Pfützen schöpfen. Damals beschlossen die Bilfingers zu helfen, organisierten Spenden und 2021 konnte endlich der Brunnen gebaut werden.
Zapfstellen in unterschiedlicher Höhe
Jetzt waren sie wieder drei Wochen mit dem König und seiner Frau in Ghana und Togo unterwegs. Dabei durften sie zum wiederholten Male an einem großen Fest der Ewe in Notse, Togo teilnehmen. Begeistert erzählen sie von dem Fest und zeigen Videos. Und „ihren“ Brunnen in dem kleinen Dorf in Ghana haben sie auch besichtigt. An dem Hochbehälter gebe es mehrere Zapfstellen, auch in unterschiedlicher Höhe, damit Erwachsene und Kinder bequem ihre Behälter füllen können, erklären die Bilfingers.
Aus dem rund 100 Meter tiefen Brunnen wird das Wasser in den Hochbehälter gepumpt, aus Stahl gefertigt ist. „Der muss haltbar und günstig sein und wurde komplett von einheimischen Fachkräften und mit Materialien aus Ghana gebaut“, erläutert Rudi Bilfinger, der selbst in verschiedenen afrikanischen Ländern als Entwicklungshelfer gearbeitet hat. Für den Strom, der für die Pumpe benötigt wird, zahlen alle Bewohner einen kleinen Beitrag. „Das sammelt der Mann ein, der auch das Gelände zur Verfügung gestellt hat“, erklärt Mechthild Bilfinger. Er kümmere sich auch um Reparaturen. Hilfe ist weiterhin nötig. Ihre Spende sei ein kleiner Beitrag gewesen, dass es den Menschen nun besser gehe, sagt Mechthild Bilfinger. Sie erzählt von anderen Projekten, die König Bansah für sein Volk plant. „Man kann damit etwas erreichen.“
Wer sich ebenfalls für die Hilfsprojekte von König Bansah interessiert und spenden möchte, findet mehr Informationen auf www.koenig-bansah.de.