Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Welche tragende Rolle zwei Engel in der Georgskirche haben

In der Wachenheimer Georgskirche ist dieser musizierende Engel zu sehen.
In der Wachenheimer Georgskirche ist dieser musizierende Engel zu sehen.

Zwei steinerne Engelsfiguren schmücken die nördliche Seitenkapelle der Wachenheimer Kirche St. Georg. Dort erfüllen sie eine besondere Aufgabe.

Um 1440 wurde die Nordkapelle an der Stelle errichtet, wo zuvor eine Sakristei stand und an den alten Baukörper des Kirchturms grenzte. Das netzartig aufstrebende Gewölbe mit geflügelten Figuren an zwei Ansätzen wird ebenfalls ins 15. Jahrhundert datiert. Heute gehört sowohl die nördliche als auch die südseitig flankierende Kapelle zum katholischen Teil der Georgskirche. Jeweils unter dem vorspringenden Tragstein einer Gewölberippe befindet sich eine der beiden Engelsskulpturen. Durch die Rippen wird die Last des Netzgewölbes abgeleitet, und die Engel übernehmen die Rolle dekorativer Tragefiguren. Sie sind als Relief mit ihrem Hintergrund verbunden, stellen also keine freien Bildwerke dar.

Schon in frühchristlicher Zeit waren die Gottesboten ein beliebtes künstlerisches Motiv. Vor allem seit dem Mittelalter werden sie häufig beim Musizieren gezeigt. Ein Engel in St. Georg bringt die Saiten einer Laute zum Klingen. Sein bildhaftes Spiel können Besucher zwar nur mit den Augen wahrnehmen, aber auch in lautlosen Klängen drückt er Andacht und Harmonie aus.

Mittler zwischen Himmel und Erde

Volle runde Wangen lassen das Gesicht des Lautenspielers pausbackig erscheinen. Über der Stirn ringeln sich üppige Locken. Ähnliche Merkmale zeigt der andere Engel, der ein geöffnetes Buch in den Händen hält. Beide sind als Halbfigur zu sehen.

Die übernatürlichen, geflügelten Wesen gelten als Mittler zwischen dem himmlischen und irdischen Reich. Besonders gegenwärtig sind sie für uns zur Weihnachtszeit, wenn sie die frohe Botschaft von der Geburt Christi verkünden. Mit seinen Melodien preist auch der musizierende Engel das Göttliche und steht sinnbildlich für die Hoffnung auf Frieden und Licht in der Dunkelheit.

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