FOrst Was ist die richtige Größe für ein Hotel?

Derzeit ist der Ortseingang von einem Parkplatz geprägt.
Derzeit ist der Ortseingang von einem Parkplatz geprägt.

Pro & Contra: Das Projekt Hotelneubau ist umstritten in Forst. Am 14. März gibt es nun einen Bürgerentscheid, bei dem jedoch nicht über das Hotel abgestimmt wird, sondern über den gemeindeeigenen Parkplatz, der dafür verkauft werden soll. In vier Teilen stellen wir die Standpunkte der Gemeinde und der Bürgerinitiative Forst vor. Teil 3.

Pro

Ein wichtiges Argument der Projekt-Gegner ist die Größe des Hotels. Erklären Sie bitte, warum 63 Zimmer aus Ihrer Sicht nicht zu viele sind.
Das geplante mittelgroße Hotel entspricht in seiner Größe dem Bedarf und dem Ziel, ein dauerhaft attraktives erfolgreiches Hotel zu verwirklichen.

1. Der Bedarf an Hotelbetten ist durch das überregionale Tagungszentrum Gutshof Murjahn, unsere Winzerbetriebe und Restaurants, die Gäste unserer Bürger und den insgesamt starken Tourismus in der Urlaubsregion Deidesheim jedenfalls gegeben. Wir brauchen niveauvolle große Hotelzimmer in schöner Gestaltung, damit sich Individualtouristen und Gäste wohlfühlen. So können wir nachhaltigen Tourismus zum Wohl von Forst und seiner Bürger fördern.

2. Die Planung wurde insbesondere bestimmt durch die Vorgaben der Gemeinde, die sich ein Viersterne-Niveau und ein zusätzliches Restaurant sowie eine große für den Bedarf des Hotels ausreichende Tiefgarage wünschte. Den Planern ist eine einladende ortstypische Haus-Hof-Gestaltung gelungen, wie von der Denkmalpflege lobend hervorgehoben. Die Größe ist dem Ort angemessen und orientiert sich an den im Ort vorhandenen Hofanwesen.

3. Hotels benötigen eine Mindestgröße, um dauerhaft wirtschaftlich bestehen und auch in Krisensituation überleben zu können. Wie groß ein Hotel sein muss, hängt von den Fixkosten ab, die über die Zimmer verdient werden müssen. Bei einem Hotel dieser Kategorie und Betriebsart entfallen auf die Beherbergung etwa 60 Prozent des Umsatzes, auf Bewirtung/Gastronomie 25 bis 30 Prozent, der Rest auf den Wellnessbereich. Das Geld auch für den Unterhalt der zentralen Einrichtungen wie Rezeption, Marketing, Brandmeldeanlage usw. wird im Wesentlichen über den Zimmerpreis verdient. Ein unabhängiges Beratungsunternehmen hat 70 Zimmer auf Viersterne-Niveau mit Wellness und Gastronomie als ideale Größe für Forst vorgeschlagen. Geplant sind jetzt 63 Zimmer. Eine weitere deutliche Kürzung würde einen nachhaltigen Betrieb unmöglich machen. Deshalb wollte und will kein Investor ein wesentlich kleineres Hotel errichten. (Verfasser des Beitrags: Ortsbürgermeister Bernhard Klein)

Contra

Hauptgrund der Bürgerinitiave, das Hotel abzulehnen, ist seine Größe. Was sagen Sie zu dem Argument, dass die Größe notwendig ist, um das Haus dauerhaft wirtschaftlich betreiben zu können?
Die pauschale Aussage, das Hotel müsse so groß sein, ist unzutreffend.

1. Die Behauptung zur Rentabilität widerlegt der Bauherr/Investor selbst. In seiner eigenen Hotelpräsentation verwendet er ansprechende Bilder anderer Hotels, um Unterstützer für sein Projekt zu gewinnen. Wir haben recherchiert und waren sehr überrascht, dass ein Großteil der dort abgebildeten Hotels deutlich kleiner ist als das geplante Objekt (Beispiel Hotel Die Alm - 17 Zimmer, Hotel Krone Hittisau - 26 Zimmer, Hotel Vigilius - 41 Zimmer; Hotel Bühelwirt - 44 Zimmer).

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch: Mit keinem dieser Hotels hat der Investor etwas zu tun. Dass kleinere Boutiquehotels in unserer Region auch erfolgreich betrieben werden können, zeigen zahlreiche Beispiele, auch aus der näheren Umgebung.

2. Nach Aussage des Investors auf der zweiten Gemeinderatssitzung könnte auch ein kleineres Hotel rentabel sein, wenn der Grundstückspreis niedriger wäre, und der Grundstückseigentümer von seiner Preisvorstellung abrücken würde. Das ganze Projekt wird auch noch teurer, weil eine zweistöckige Tiefgarage gebaut werden sowie ein Parkplatz verlegt werden müsste. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Bei einem kleineren Hotel wären weitaus weniger Aktivitäten erforderlich, damit wären auch die Kosten geringer.

3. Bisher wurden attraktive und tragfähige Alternativen nicht ausreichend oder gar nicht geprüft. Eine gangbare, nachhaltigere und rentable Möglichkeit wäre es zum Beispiel, ein bestehendes Gebäude zum Hotel umzubauen. Auch im Rahmen eines Architekturwettbewerbs könnten Hotelkonzepte entwickelt werden, die zu Forst weitaus besser passen. Die zusammen mit der Bevölkerung und den in Forst ansässigen Betrieben erarbeitet und getragen werden.

(Verfasser des Beitrags: BI-Sprecher Andreas Dauth und Christian Prinz)

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