Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Was hinter der Krokodil-Attrappe im Stadtgarten steckte

Sieht gefährlich aus, ist aber nur ein Bojen-Ersatz.
Sieht gefährlich aus, ist aber nur ein Bojen-Ersatz.

An ein echtes Krokodil dürfte bei der Polizei Haßloch niemand gedacht haben, als die Beamten am Sonntag von einer Spaziergängerin wegen eines solchen Reptils in den Deidesheimer Stadtgarten gerufen wurden. Es stellte sich dann auch schnell heraus: Kein Grund zur Aufregung, der Kerl mit den scharfen Zähnen ist eine Attrappe. Allerdings: täuschend echt. Die Beamten gingen also von einem „aufsehenerregenden Scherz“ aus. Irgendwelche Kinder vielleicht.

Doch nein. Hinter der Krokodil-Attrappe steckte – die Deidesheimer Verbandsgemeindeverwaltung. Aber natürlich hatten die Mitarbeiter nicht im Sinn, Spaziergänger zu erschrecken. Das Ganze hat eine besondere Bewandtnis, und dazu müssen wir etwas ausholen.

Weiher muss belüftet werden

Der Weiher im Stadtgarten muss dauerhaft belüftet werden, damit er nicht „umkippt“. Es befinden sich nämlich größere Mengen an Faulschlamm darin, der durch Laub, Algen sowie Fisch- und Entenkot entstanden ist. Deshalb liegt im Stadtgartenweiher ein Schlauchsystem, über das Sauerstoff abgegeben wird. Um diese Vorrichtungen an der richtigen Position zu halten, ist eine Boje nötig. Und hier kommt der Krokodilkopf ins Spiel.

Die Verwaltung nutzte als Boje nämlich zunächst Flaschen. Besonders hübsch sah das allerdings nicht aus, eher wie achtlos entsorgter Müll. Deshalb wurde im vergangenen Jahr entschieden, die Boje etwas anders zu gestalten. Origineller. Die Wahl fiel auf den Krokodilkopf. Er wurde in der Mitte des Teiches verankert, entwickelte aber irgendwann offenbar ein Eigenleben und riss sich von seiner Position los. „Das Krokodil hat damit wohl signalisiert, dass es für diesen Job nicht mehr zu haben ist“, teilte die Verwaltung am Freitag mit, als sie das Rätsel um den Krokodilkopf lüftete. Das Reptil ist nun in Gewahrsam genommen worden, und die Behörde entschuldigt sich dafür, sollte es irgendjemanden erschreckt haben.

So weit, so gut. Bleibt nur noch die Frage: Wer oder was wird der Nachfolger des Krokodils in der Bojen-Funktion? Die Verwaltung sucht nach einem Ersatztier und nimmt Vorschläge gerne entgegen. Wie wär’s mit einer Riesenschlange oder einem Hai? Wir jedenfalls finden: Ein Hingucker sollte es schon sein ...

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