Wachenheim
Wachtenburg ist jetzt auch digital erlebbar
Der Verein, der sich um den Erhalt und die Sanierung der allgemein als Wahrzeichen der Region wahrgenommenen Burganlage kümmert, wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Aber statt den Verein anlässlich dieses Jubiläums in den Fokus zu stellen, sollte nach dem Willen der Verantwortlichen die Burg im Mittelpunkt stehen. Zu diesem Zweck wurde sie digital erlebbar gemacht. Dass diese wichtige Arbeit des Vereins sowohl der Stadt als auch der Region zugute kommt, dafür bedankte sich Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU).
Es habe sich angeboten, die Menschen an der Geschichte der Burg und des Vereins teilhaben zu lassen, erläuterte der Förderkreisvorsitzende Willy Bohl. Die VR Bank unterstützte diese Digitalisierung mit 2000 Euro. In Wachenheim stünden die drei großen Ws für „Wachenheim, Wachtenburg und Woi“ , meinte er und er nehme „mit Freude wahr“, dass die Arbeit des Förderkreises wertgeschätzt werde.
Letzter Sanierungsabschnitt abgeschlossen
Über die neuere Geschichte der Wachtenburg gebe es viel zu erzählen, so Bohl: „Wir verlieren aber immer mehr lebende Zeitzeugen.“ Der letzte der bereits für 2022 geplanten Sanierungsabschnitte – Fundamentsockel des Bergfrieds, die Mauer oberhalb und vor der Gaststätte und als Letztes die Sandsteinmauer vor der Bühne - ist jetzt auch abgeschlossen. Der Sanierung gingen zunächst noch Sondierungsgrabungen voraus, dann passten die Arbeiten nicht in das Zeitfenster des Artenschutzes, erklärte Bohl die Verzögerung. Was Feuer anrichten kann, habe man an den Brandspuren gesehen, auf die man bei Arbeiten am Sockel des Wehrturmes stieß. Mit 297.000 Euro waren die Arbeiten veranschlagt, 6000 Euro lag man letztendlich darüber.
Laut Bohl liegt eine Zusage vom Denkmalamt über 85.000 Euro vor, den Rest teilen sich, wie immer, Stadt und Verein. 727 Arbeitsstunden leisteten Förderkreisaktive bei diesen Arbeiten. Immer mit dabei: Der Ehrenvorsitzende des Vereins und Ehrenbürger der Stadt, Dieter Weilacher. Bohl dankte den Spendern von Sandsteinen, sie seien unter anderem im Sockel des Bergfriedes eingearbeitet worden. Diese Arbeiten und die Burg generell am „Tag des offenen Denkmals“ öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, war eine Herausforderung, denn es schüttete nämlich bis in den frühen Nachmittag was ging.
Dreifacher Grund zur Freude
Er habe dreifachen Grund zur Freude, fand Stadtbürgermeister Torsten Bechtel: Das Ende des letzten Sanierungsabschnittes, mehr Infos für jeden über die Wachtenburg und die Auswertungen der Fachleute in den Unis. Der Verein habe das Geld für die nächsten geplanten Sanierungsschritte meist schneller zusammen als die Stadt, bekannte er, aber beide hätten „sehr viel Verständnis füreinander.“
Als Gastgeschenk hatte Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd, einen gerahmten Eintrag über die Wachtenburg in der Online-Datenbank des Kompetenzzentrums Kultur-Landschaft-Digital (KuLaDig) mitgebracht. In dieser Datenbank, einer Mischung aus Google Earth und Wikipedia, erfasst das Land Rheinland-Pfalz landesweit historische Schätze und digitalisiert sie. Informationen dazu gibt es an einem speziellen Infostand auf der Burg.
Den Rundgang findet man auch auf der Homepage des Förderkreises unter www.wachtenburg.de. In den 40 Jahren seines Bestehens werde der Förderkreis selbst zu einem „Objekt des Zeitgeschehens“, stellte Landrat Ihlenfeld fest. Das zeige wie langfristig und nachhaltig das Projekt Erhaltung der Wachtenburg angelegt sei.