Deidesheim
Umbau der Integrierten Gesamtschule bis Sommer 2023
Die Bauarbeiten und der Schulbetrieb am Standort Deidesheim der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim-Wachenheim harmonisieren bestens und es gibt keine Probleme, versicherten Architekt Thomas Rischmann und Schulleiter Georg Dumont in einer Sitzung des Bau-, Umwelt- und Agrarausschusses des Kreistags am Montag auf der Baustelle. Rund 17 Millionen Euro investiert der Landkreis Bad Dürkheim hier. Der für Bau zuständige Kreisbeigeordnete Sven Hoffmann (CDU) präsentierte den Ausschussmitgliedern, was mit diesem Geld gemacht wird.
Drei Gebäude gehören am Standort Deidesheim zur IGS. Der sogenannte Altbau wurde 1968 für die damalige Hauptschule gebaut. 2005 kam im nördlichen Bereich des Geländes ein Neubau dazu, der inzwischen als neuer Altbau gilt. Außerdem gibt es einen Zwischenbau. Der und der Altbau müssen weichen. Stattdessen wird ein dreistöckiger Neubau errichtet, der mit dem neuen Altbau durch eine über zwei Stockwerke gehende transparente Brücke verbunden wird, wie Rischmann erklärte.
Drei Bauabschnitte geplant
Die Arbeiten sind nach seinen Angaben in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Begonnen wurde in den Sommerferien vergangenen Jahres. Da wurde ein Teil des alten Südtrakts abgerissen. „Die Abrissarbeiten sind immer auf die Sommerferien terminiert“, sagte Hoffmann. Denn das würde, bei aller Harmonie, dann doch den Unterricht zu stark beeinträchtigen.
Nach diversen vorbereitenden Arbeiten wurde mit dem Bau der südöstlichen Hälfte des Neubaus begonnen. Von der ist inzwischen das Erdgeschoß im Rohbau fertig. Durch den durften die Mitglieder des Ausschusses einen kleinen Spaziergang machen. „Wird Beton so verbunden, ist das richtig“, erkundigte sich Horst Bäuml (Grüne) angesichts der verbundenen Betonteile.
Rohbau bis Weihnachten fertig
Nach Angaben von Rischmann soll der dreistöckige Rohbau der südöstlichen Hälfte des Neubaus bis Weihnachten fertig sein. Dann geht es an die Technik und den Innenausbau. Der Zeitplan sieht vor, dass diese Arbeiten bis zu den Sommerferien fertig sind.
Dann wird wieder abgerissen, der südwestliche Teil des Altbaus und der Zwischenbau sind dann an der Reihe. „Etwas Blut wird fließen“, antwortete Rischmann auf die Frage von Torsten Bechtel (CDU), ob das ganz ohne Beschädigungen am neuen Altbau möglich sein wird.
Nach den Sommerferien steht ein Umzug an. In die Container, die Ausweich-Klassenräume sind, ziehen dann andere Klassen ein als derzeit dort unterrichtet werden. „Das wird spannend“, weiß Schulleiter Dumont. Ebenfalls nach den Sommerferien beginnen die Arbeiten für den südwestlichen Neubau. Und es geht mit der transparenten Brücke los, die zukünftig statt des Zwischenbaus die beiden Schulgebäude verbinden soll. Wie Rischmann erläuterte, verbindet sie jeweils das erste und das zweite Obergeschoß der beiden Gebäude. Ein Weg unter der Brücke wird die Verbindung zwischen altem Neubau und neuem Neubau auf der Ebene des Erdgeschosses. Durch die Brücke entstehe „eine Transparenz bis zur Haardt hoch“, verwies Rischmann auf die architektonische Seite des Bauwerks.
Halle ist „ein kleiner Luxus“
Ein weiterer architektonischer Akzent ist „eine großzügige Halle“ durch die die beiden neuen Gebäudeteile in allen drei Geschossen zu einem Gebäude werden. Die Halle und die langen Flure sollen nach Auskunft von Rischmann so gestaltet werden, dass die Schüler sich dort aufhalten und beispielsweise in Nischen in kleinen Gruppen gemeinsam arbeiten können. „Das ist ein kleiner Luxus“, weiß Rischmann. Denn die sehr strengen Vorgaben des Schulbauprogramms des Landes würden solchen „Luxus“ eigentlich nicht hergeben.
Bis Sommer 2022 sollen Neubau und Brücke fertig sein. Danach ist die Sanierung des Nordgebäudes, der derzeitige neue Altbau, der dann zum Altbau geworden ist, an der Reihe. Zu allen drei Bauabschnitten gehören Sanierungen von Teilen des Schulhofs, betonte Hoffmann. Bis Sommer 2023 soll alles fertig sein. Die IGS werde dann eine Nutzfläche von 4500 Quadratmetern haben, von denen 2500 Quadratmeter neu sind.
Strom aus Blockheizkraftwerk
Im Erdgeschoß des Neubaus werden Verwaltung, Werk- und naturwissenschaftliche Räume, Bibliothek und Klassenräume sein. Außerdem ein Mehrzweckraum, dessen Fenster bis zum Boden gehen, so dass der Raum, etwa bei Veranstaltungen, mit dem Außengelände verbunden werden kann. Im ersten Obergeschoß sind Klassenräume, Fachräume für Kunst und Musik sowie naturwissenschaftlichen Unterricht vorgesehen. Das zweite Obergeschoß soll für Klassen-, Inklusions- und Fachräume genutzt werden.
Energetisch entspreche das Gebäude den gesetzlichen Vorgaben, so Rischmann auf eine Frage von Bäuml. Auch sei eine Lüftungsanlage vorgesehen. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung erläuterte, dass Strom über ein vorhandenes Blockheizkraftwerk erzeugt werde. Das Dach sei so gestaltet, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Photovoltaikanlage installiert werden kann, so Rischmann. Birgit Groß (CDU) plädierte für eine Dachbegrünung.