Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Tarifabschluss: Mehr Geld auch für Ardagh-Mitarbeiter

Die Tarifparteien in der Feinstblechpackungsindustrie haben sich geeinigt. Davon profitieren die Beschäftigten des Haßlocher Dos
Die Tarifparteien in der Feinstblechpackungsindustrie haben sich geeinigt. Davon profitieren die Beschäftigten des Haßlocher Dosenwerks.

IG Metall und Arbeitgeber haben sich in der Nacht zum Dienstag auf einen Tarifabschluss für die Beschäftigten der Feinstblechpackungsindustrie geeinigt, zu denen auch die rund 200 Mitarbeiter des Ardagh-Getränkedosenwerks in Haßloch gehören.

In der dritten Verhandlungsrunde wurde der Tarifabschluss ausgehandelt, der nach Einschätzung der IG Metall Neustadt ein „angemessenes Ergebnis“ darstellt. In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen, an denen sich in Haßloch fast die ganze Belegschaft beteiligte. Damit konnte „der notwendige Druck auf die Arbeitgeber im Tarifkonflikt erzeugt werden“, so die IG Metall.

Das Ergebnis umfasst eine Corona-Prämie von 580 Euro und für Azubis von 340 Euro, die im Juni ausgezahlt wird. Im Februar 2022 wird es ein Transformationsgeld im Umfang von 20 Prozent eines Bruttomonatsgehalts geben. Ab März 2022 werden die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,3 Prozent erhöht. Die IG Metall hatte ein Lohn-Plus von vier Prozent gefordert. Außerdem wurden Instrumente zu Beschäftigungssicherung sowie Zukunftstarifverträge im Rahmen der Transformation vereinbart. Erstmalig konnte eine tarifliche Absicherung für Dual Studierende erreicht werden. In der vergangenen Woche hatten sich nahezu alle Beschäftigten von Ardagh in Haßloch an Warnstreiks der IG Metall beteiligt. Der neue Entgelttarifvertrag ist erstmalig zum 30. November 2022 kündbar. Erklärungsfrist zum Verhandlungsergebnis ist der 30. April. Die Tarifkommission der IG Metall hat das Ergebnis bereits am Dienstag angenommen.

„In Haßloch wirtschaftlich nicht beeinträchtigt“

„Wir haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir auch mit Maske und Abstand arbeitskampffähig sind“, so Philipp Nerger, zuständiger Gewerkschaftssekretär für das Getränkedosenwerk Ardagh.

„Die Arbeitgeber wollten eine Nullrunde, obwohl die Feinstblechpackungsindustrie durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich kaum beeinträchtigt wurde. Am Standort in Haßloch hatten wir überhaupt keine wirtschaftlichen Beeinträchtigungen. Eine Nullrunde wäre ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten gewesen“, sagt Jürgen Rupprecht, Tarifkommissionsmitglied und Betriebsratsvorsitzender im Ardagh-Werk. Als großen Erfolg bezeichnet er es außerdem, dass neben den Einmalzahlungen auch eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte habe erreicht werden können.

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