Deidesheim
Talentcampus: Kinder forschen und arbeiten zum Thema Bekleidung
Eine Woche lang hatten sich neun Mädchen und ein Junge mit Kursleiterin Barbara Köstner unter dem Motto „Stark für die Umwelt: Neue Ideen für alte Kleidung“ mit dem Textilkonsum und der Produktion von Kleidung beschäftigt. Dann reparierten sie mitgebrachte Kleidungsstücke. Danach präsentierten sie ihre Ergebnisse in einer Ausstellung.
„Kleidung schützt uns ja nicht nur vor Sonne, Regen und Blicken, sondern drückt auch Identität aus. Und wer seine eigenen Kleidungsstücke gestaltet, kann seine Persönlichkeit besonders miteinfließen lassen“, erklärt Köstner. Bevor es allerdings ans Gestalten gegangen sei, seien die mitgebrachten T-Shirts, Hosen und Röcke zunächst in der Gruppe analysiert worden, erzählt sie. „Danach haben wir die Projekte geplant. Schließlich kann man ja nicht einfach draufloslegen, denn die Kleidungsstücke sollen am Ende ja auch passen“, erzählt Köstner.
Aus eins mach drei
Anschließend ging es ans Bedrucken, Nähen, Sticken und Einfärben der alten Kleider, sodass am Ende neue Bekleidungsstücke entstanden sind, die nun eine zweite Chance erhalten. So wurde aus einem blauen T-Shirt mit Fleck ein Top mit kreativem Aufdruck. Eine Teilnehmerin fertigte aus einer alten Jeans einen Mundschutz sowie eine Handytasche. Und aus einer langen Jeanshose sind gleich drei neue Lieblingsteile entstanden: kurze Shorts, eine Handtasche und ein Zopfgummi.
Aber auch die Theorie ist in dieser Woche nicht zu kurz gekommen: Selbstgestaltete Plakate, die bei der Abschlusspräsentation vorgestellt wurden, zeigen, wie intensiv sich die Kinder mit der Thematik beschäftigt haben. Sie haben unter anderem die Kette der Textilproduktion kennengelernt, die Kosten pro T-Shirt genauer untersucht, sich mit einer Jeans auf eine über 50.000 Kilometer lange Reise begeben und die Gefahren der Textilproduktion für Mensch und Umwelt besprochen. „Die Theorie ist eine schöne Basis dafür, dass ihr in Zukunft bewusster mit den Kleidungsstücken umgeht“, erklärt Viola Rudel, Projektleiterin und Organisatorin, den jungen Teilnehmern.
Köstner empfand die Woche mit ihrer Gruppe als „super genial“. „Es war toll zu sehen, wie sich das Wissen allmählich entwickelt. Ich hoffe, sie werden das auch zu Hause weiter umsetzen und in Zukunft viel sensibler mit ihrer Kleidung umgehen.“