Deidesheim
Studie: Sportangebot gezielt weiterentwickeln
Projektleiter Stefan Henn vom Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) stellte dem Verbandsgemeinderat die Handlungsempfehlungen der Studie vor. Die Untersuchung gebe eine sportfachliche Sichtweise der Thematik wieder und sei eine gute Grundlage für die weitere Vorgehensweise, betont Verbandsbürgermeister Peter Lubenau. Diese soll nach der Sommerpause im Ausschuss für Senioren, Soziales und Sport weiter diskutiert werden.
Für die umfangreiche Studie wurden Vereine und die Bevölkerung befragt sowie Experten interviewt. Dazu wurden die vorhandenen Sport- und Bewegungsräume erfasst und wurde deren Auslastung überprüft. Auch die Baulandentwicklung wurde berücksichtigt. Für die Stichprobe wurde 1200 Einwohner mit einem Fragebogen angeschrieben. „Die Beteiligung hätte gerne höher ausfallen können“, sagt Henn, denn die Rücklaufquote lag mit 193 Rückmeldungen nur bei 16 Prozent. Trotzdem seien die Aussagen repräsentativ. Männer und Frauen sowie alle Altersgruppen seien ausgewogen vertreten.
Laut Henn haben über 80 Prozent der Teilnehmer angegeben, sportlich aktiv zu sein, um fit und gesund zu bleiben. Eine besondere Herausforderung stelle der Trainings- und Spielbetrieb im Winter dar. Dazu komme, dass sich die meisten Bürger ein möglichst flexibles und freies Sportangebot wünschten. Am ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen zeigten nur wenige Interesse. Investieren würden die Befragten in mehr Bewegungsstätten im Freien sowie in die Sanierung des Deidesheimer Schwimmbads.
Dagegen sehen die Vereine eher einen größeren Bedarf an gedeckten Sportanlagen. Zur Verbesserung der Belegungssituation in den Sporthallen solle entweder ein Nutzer-Hallenbuch geführt oder ein digitales Belegungsplanmanagement eingeführt werden, erklärt Henn. Zudem müssten alle baulichen Mängel beseitigt werden. Aber auch mit einer besseren Planung bleiben einige Zeiträume kritisch. Eine zusätzliche multifunktionale 2-Feld-Sporthalle mit einem flexiblen Trennvorhangsystem an einem zentralen Standort würde hier vielseitige Belegungsmöglichkeiten bieten, so der Fachmann.
Bei den Sportplätzen, rüstet demnächst die TSG Deidesheim den Tennenplatz in einen Kunstrasenplatz um. Dieser sei dann ganzjährig nutzbar und stehe zeitweise sicher auch für andere Vereine zur Verfügung. Doch um den Bedarf in der Verbandsgemeinde abzudecken, sei ein weiterer Kunstrasenplatz notwendig. Der alte Sportplatz in Meckenheim solle auf Vereinswunsch nicht mehr für Sport genutzt werden. Bleibe noch der Tennenplatz in Niederkirchen.
Auch das Sportangebot solle gezielt weiterentwickelt werden. Hier könnte es flexible Sportangebote mit Kurzmitgliedschaft, beispielsweise über eine Sportkarte VG Deidesheim oder Zehnerkarten-Modell geben.
Für den öffentlichen Raum in der Tourismusregion könnten weitere öffentlich zugängliche Sport- und Bewegungsplätze angeboten werden. Auf jeden Fall sollte das Schwimmbad erhalten und saniert werden, betont Henn. Um den Haushalt zu entlasten, sollten für die Sanierungsmaßnahme Landesfördermittel beantragt werden. Auch in der Betriebsführung können neue Wege auslotet werden. Hier gebe es über Public-Private-Partnership, Bürger- und Vereinsbäder bis zu kommunalen Betriebsformen mehrere Varianten.