Kreis Bad Duerkheim Streit um Jahrgänge und Schulräume

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Die Maxdorfer Realschule plus nutzt seit dem Jahr 2010 Teile der Lambsheimer Karl-Wendel-Grundschule. Jetzt gibt es einen Interessenkonflikt. Denn es sollen nicht mehr die älteren Realschuljahrgänge, sondern die Siebt- und Achtklässler in der Nähe der Kleinen unterrichtet werden. Das Lambsheimer Kollegium lehnt das ab und will zudem mehr Platz haben.

Es bedarf wohl einer Entscheidung von oben, um den Konflikt zwischen der Justus-von-Liebig-Realschule plus und der Karl-Wendel-Grundschule beziehungsweise zwischen den Schulträgern Rhein-Pfalz-Kreis und Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim zu lösen. Das wurde Ende Oktober im Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde deutlich. Zum einen geht es um den Raumbedarf der beiden Einrichtungen innerhalb der Lambsheimer Schulgebäude. Für die Realschule sei er gesunken, deshalb wolle die Verbandsgemeinde die vertraglich festgelegte Nutzung des Musik-, des Kunst- und eines Nebenraums streichen, um den Bedarf der Grundschule zu decken. Darüber will VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) noch mit dem Kreis verhandeln. „Wir arbeiten seit Jahren beengt, nutzen momentan drei Ersatzklassenzimmer“, erläutert Grundschulrektor Peter Bisson. Räume ohne Waschbecken, betont Bisson, was Unterricht mit Schultafeln erschwere. In den Behelfsräumen sollen keine teuren Smartboards installiert werden, weil sie bei Veranstaltungen dort beschädigt werden könnten. Des Weiteren fehlen laut Rektor ein Musik- und ein Computerraum. Diese Funktionsräume gibt es und sie sollten laut Vertrag der Schulträger einvernehmlich genutzt werden. Maßgeblich ist allerdings der Bedarf der Realschule plus. „Wir werden zu jeder Stunde hinausgeworfen“, beschwerte sich eine Lehrerin im Schulträgerausschuss. Die Realschule beanspruche den Raum, auch wenn sie ihn bei 30 Vormittagsschulstunden tatsächlich nur zehn nutze. Realschul-Rektor Christoph Martiny bestreitet das nicht, bemerkt jedoch: „Im Raumprogramm der Grundschule ist ein PC-Raum gar nicht drin.“ Unterschiedliche Ansichten gibt es auch zu den Klassenstufen am Standort Lambsheim. Bislang waren das die ältesten Jahrgänge 9 und 10. Und die sollen nach Wunsch des Realschulkollegiums künftig in Maxdorf angesiedelt werden. Nach sechs Jahren sei man zu dem Entschluss gekommen, dass die älteren Schüler dort gebraucht würden, wo Fünft- und Sechstklässler seien. Im Antrag von Martiny heißt es, in Maxdorf fehle der regulierende Einfluss der Älteren, beispielsweise als Streitschlichter oder auch als Schülerpaten. Die Argumentation kann der Rhein-Pfalz-Kreis als Träger „uneingeschränkt nachvollziehen“, so dessen Pressestelle. Die neunten und zehnten Klassen zurückzuholen habe zusätzlich den Vorteil, dass der Übergang von der Realschule aufs Gymnasium, das ebenfalls am Schulzentrum Maxdorf angesiedelt sei, erleichtert werde. „Die Kinder werden am gleichen Ort unterrichtet und können das Abitur anstreben, ohne den Schulstandort wechseln zu müssen.“ Das Lambsheimer Kollegium fürchtet, dass die Grundschüler mit den Siebt- und Achtklässlern in ihrer Nähe, die „entwicklungspsychologisch in der Selbstfindungsphase“ seien, nicht so gut klarkämen wie mit den Älteren. Peter Bisson erkennt an, dass es eine schwere Aufgabe sei, Unterricht „an zwei Standorten, in zwei verschiedenen Orten pädagogisch sinnvoll zu gestalten“. Doch einfach die ausgelagerten Klassenstufen zu tauschen, bedeute nur „eine Verlagerung des Problems“.

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