Kreis Bad Duerkheim Sparkasse: Sparkurs in schweren Zeiten

Die Sparkasse Vorderpfalz steht wegen der europäischen Geldpolitik weiter unter Druck: Das Geschäft wächst, aber der Ertrag schrumpft. Hinzu kommt die Digitalisierung der Gesellschaft, die sich auf ein großes Filialnetz mit vielen Mitarbeitern auswirkt. Die Sparkassenführung hat die Bilanz für 2017 vorgelegt. Die Vorstände zeigten sich mit der Geschäftsentwicklung zufrieden und sprachen von einem „soliden Wachstum“. Der Sparkurs geht indes weiter. Bis 2020 fallen 53 Stellen weg.
«Ludwigshafen». „2017 war für uns ein gutes Jahr“, sagte der designierte Vorstandsvorsitzende Thomas Traue. Als Beleg führte er an, dass seine Bank mit ihren Kunden mehr Geschäft gemacht und einen Jahresüberschuss von 7,2 Millionen Euro erzielt habe. Gleichwohl sei die Bilanzsumme im Vergleich zu 2016 um 5,2 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro geschrumpft. Als die Kreditinstitute aus Ludwigshafen, Schifferstadt, Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis Mitte 2013 zur Sparkasse Vorderpfalz fusionierten, lag die Bilanzsumme noch bei 6 Milliarden Euro. Die Gewinne aus dem Zinsgeschäft schrumpfen. Das Kreditgeschäft ist 2017 zwar auf 3,7 Milliarden Euro gewachsen (plus 3,7 Prozent), denn die niedrigen Zinsen haben für eine hohe Kreditnachfrage bei Unternehmen und Häuslebauern gesorgt. Doch der Zinsüberschuss ist um 8,2 Prozent auf knapp 87 Millionen Euro gesunken. Die Sparkasse fährt einen strikten Sparkurs. So wird die Anzahl der derzeit 965 Mitarbeiter weiter reduziert. 53 Stellen fallen bis 2020 weg, der Abbau werde sozialverträglich erfolgen. „Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen“, sagte Vorstand Clemens G. Schnell. Das Filialnetz wurde seit der Fusion um zehn auf 51 Geschäftsstellen reduziert. Weitere Filial-Schließungen seien vorerst nicht geplant. Auch das Verhalten der Kunden ändert sich: Über 106.000 Konten sind für Online-Banking freigeschaltet, 21.000 Kunden erledigen einfache Bankgeschäfte wie Überweisungen über die Sparkassen-App auf ihren Smartphones. Als Neuerung sind ab Sommer Echtzeit-Überweisungen für Beträge bis zu 15.000 Euro geplant.