Grosskarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Sommerwetter und Musik: So feiert Großkarlbach sein Jubiläum

Der Platz vor dem Bürgerhaus war immer gut gefüllt. Die Großkarlbacher haben es genossen, zu feiern.
Der Platz vor dem Bürgerhaus war immer gut gefüllt. Die Großkarlbacher haben es genossen, zu feiern.

Bei bestem Sommerwetter hat Großkarlbach sein 1250-jähriges Bestehen mit Musik, Wein und einer Festschrift gefeiert. Die Stimmung war ausgelassen. Einen Festakt gab’s auch.

Ein wenig erinnerte die Atmosphäre auf dem Platz vorm Bürgerhaus an alte Zeiten, als dort noch Kerwe gefeiert wurde. Bei bestem Sommerwetter wurde unter anderem der Jubiläumswein, ein Cuvée aus Riesling, Chardonnay und Weißburgunder, der Weingüter Dietrich Am Osterberg, Frank Dietrich, Krück und Mäurer, ausgeschenkt. Wem nicht so nach Pfälzer Spezialitäten wie Saumagen oder Bratwurst zu Mute war, fand bei internationalen Foodtrucks eine gute Alternative. Für ordentlich Stimmung sorgte die Lokalband „Die Beat Brothers“. Mit einer Auswahl ihrer besten Songs betrachtete Gitarrist und Sänger Franz Matejcek es als große Ehre, „zur besten Sendezeit“ einen Teil zum Gelingen des Jubiläums beizutragen. Und dieser Beitrag war lang und stimmungsprägend. Bis weit nach 23 Uhr klangen bekannte Hits der vergangenen Jahrzehnte über den gut gefüllten Platz. Und jedes Mal, wenn Matejcek das Publikum mit Zeigefinger oder ausgestreckter Faust dirigierte, wurde kräftig mitgesungen, vom gefühlvollen „Hey Jude“ bis zum rockigen „Lola“.

Eine pfälzische Erfolgsgeschichte

Außen vor waren die Dorfbewohner mit Ausnahme von Ehrenbürger Hubert Schneider und einem 101-jährigen Großkarlbacher nebst Familie beim offiziellen Festakt um 18 Uhr in der Halle des Bürgerhauses. 1250 Jahre Dorfgeschichte bedeuten sechzig Generationen, rechnete Bürgermeister Fritz Wichmann (CDU) in seiner Rede. In all den Jahrhunderten gab es immer Zugezogene, denen Großkarlbach eine neue Heimat geworden sei. „So auch für mich, den Pfeffersack aus dem Norden!“ Wie privilegiert man hier hier in dieser schönen Weinbaugemeinde lebe, sei ihm erst kürzlich bei einem Besuch in Ludwigshafen bewusst geworden.

Seinen Einbürgerungstest habe Wichmann in seiner Ansprache auf jeden Fall bestanden, befand anschließend Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). Auch im Landkreis Bad Dürkheim sei nicht alles schön, aber Großkarlbach auf jeden Fall eine pfälzische Erfolgsgeschichte. Bürgermeisterkollege Thomas Diehl (SPD) aus dem benachbarten Laumersheim kam mit drei Flaschen Jubiläumswein von der Feier im vergangenen Jahr. Das Alter sei jedoch nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Nachbargemeinden. Mit der Lage am Eckbach und vor allem dem gemeinsamen Kindergarten „Die Grashüpfer“ sei die Nachbarschaft auf jeden Fall eine Erfolgsgeschichte. Der bisherige Verbandsbürgermeister Frank Rüttger (CDU) findet, dass Heimat nicht nur ein Ort sei, sondern ein Gefühl. Die Gemeinde mit den vielen Mühlen bezeichnete er als Kleinod in der Verbandsgemeinde. Michael Schütz (CDU), Bürgermeister von Obersülzen, lobte die Nachbargemeinde für das tolle Wingertshäusl: „Es ist schwer, einen Termin zu bekommen, schwer zu finden, aber wenn man mal drin ist, will man nimmer raus!“

Mit einem Gruß und einem Geschenk aus Gerolsheim, nämlich der eigenen Ortschronik, kam Bürgermeisterin Simone Ulrich (FWG). Großkarlbach hat sich zum Jubiläum eine Neuauflage der eigenen Ortschronik mit dem Titel „Das schöne Weindorf in der Pfalz“ geschenkt. In dieser gelungenen Festschrift haben Jürgen Klüpfel und Thomas Hansemann die Chronik von 1975 in blauer Schrift ergänzt.

Neue Erkentnisse zum Ursprung

Interessant und historisch sind dabei die Originalwerbeanzeigen von ortsansässigen Geschäftsleuten von vor 50 Jahren. Hinzugefügt wurden neue Erkenntnisse zum Ursprung Großkarlbachs und ein Artikel über Funde aus der Römerzeit. Neu sind neben der Würdigung heutiger Vereine und Parteien unter anderem die Kapitel über Landwirtschaft und Weinbau seit 1975 sowie die Dorfentwicklung. Und weil vor 50 Jahren die Dorfmühle in der Kändelgasse eher ein Schandfleck als ein Schmuckstück war, wird ihre aufwendige Restaurierung und Umgestaltung zum Museum in der neuen Festschrift auf acht Seiten und in zahlreichen Bildern beschrieben. Das Buch ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen, kostet 20 Euro und ist in der Di Bello Gelato Panini Bar erhältlich.

Gemeinsame Sache haben die lokalen Winzer gemacht und einen Jubiläumswein kreiert.
Gemeinsame Sache haben die lokalen Winzer gemacht und einen Jubiläumswein kreiert.
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