Kreis Bad Duerkheim So groß wie ein Schäferhund

Der Luchs: Die Pinselohren sind sein besonderes Merkmal.
Der Luchs: Die Pinselohren sind sein besonderes Merkmal.

Auch wenn das Tierpräparat im Pfalzmuseum für Naturkunde klein und niedlich aussieht: Als ausgewachsenes Tier ist der Luchs die größte Katze Europas. Über Jahrhunderte war der Mensch sein schlimmster Feind und rottete ihn in vielen Ländern aus. Heute leben im Pfälzerwald wieder einige Luchse.

„Der hat Augen wie ein Luchs“, sagt man manchmal. Mit dieser Redensart will man ausdrücken, dass jemand sehr gut sehen kann. Aber Luchse sehen noch viel besser als der Mensch. Mit ihren lichtempfindlichen Augen erkennen sie die Umgebung auch in der Nacht, wenn sie jagen. Das Präparat eines dösenden Jungtiers findest du im Pfalzmuseum für Naturkunde im Raum „Naturpark Pfälzerwald“. Sicher erkennst du sofort, dass der Luchs zur Familie der Katzen gehört. Schon an diesem kleinen Kerlchen siehst du ein typisches Merkmal: Es sind die Pinselohren. Außerdem haben Luchse einen Backenbart und einen auffallend kurzen Stummelschwanz mit dunkler Spitze. Um ihre Jungen zur Welt zu bringen, sucht sich die Luchsmutter im Mai eine kleine Höhle unter Wurzeln oder Felsen. Zuerst sind die Kleinen noch blind, aber nach etwa zwei Wochen öffnen sie ihre Augen. Sie nehmen in den ersten Lebenswochen nur Muttermilch zu sich. Auch wenn sie anfangen, Fleisch zu fressen, werden sie noch monatelang gesäugt. Ein erwachsener Luchs ist etwa so groß wie ein Schäferhund. Doch bis es so weit ist, muss der Nachwuchs viel lernen. Wie man erfolgreich jagt, das bringt die Mutter den Jungen im ersten Lebensjahr bei. Sie zeigt ihnen, wie man sich nah an ein Beutetier heranschleicht, ohne bemerkt zu werden. Vor allem jagt der Luchs Rehe, außerdem Mäuse und Kaninchen. Sogar Marder und Füchse frisst er. Manchmal kommt es vor, dass er Nutztiere des Menschen wie Schafe und Ziegen erbeutet. Wenn das bei uns passiert, wird der Besitzer dieser Tiere entschädigt. Einst lebten Luchse in ganz Europa. Aber seit dem Mittelalter hat der Mensch sie stark verfolgt und schließlich in vielen Ländern ausgerottet. Auch in Deutschland war die Raubkatze ausgestorben. Schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es im Pfälzerwald keinen Luchs mehr. Inzwischen hat man ihn wieder angesiedelt und heute leben wieder einzelne Luchse im Pfälzerwald. Seit langer Zeit wurden hier sogar wieder die ersten Jungen geboren. Männchen und Weibchen bleiben nur ein paar Tage während der Paarungszeit zusammen. Aber die meiste Zeit des Jahres leben sie als Einzelgänger. Sie durchwandern sehr große Jagdgebiete. Gefährlich wird es dabei für vor allem für Jungtiere, wenn sie Straßen überqueren. Dem Menschen gehen Luchse lieber aus dem Weg. Mit ihrem gefleckten Fell sind sie auch bestens getarnt. Sehr wahrscheinlich wirst du nie einen freilebenden Luchs zu sehen bekommen.

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