Friedelsheim / Gönnheim RHEINPFALZ Plus Artikel Simon Krug wird neuer Pfarrer von Friedelsheim und Gönnheim

Simon Krug möchte ständiger Pfarrer in Gönnheim und Friedelsheim werden.
Simon Krug möchte ständiger Pfarrer in Gönnheim und Friedelsheim werden.

Seit dem Weggang von Pfarrerin Andrea Jung waren die protestantischen Gemeinden Gönnheim und Friedelsheim ohne eigenen Pfarrer. Ab 5. Juli berief der zuständige Kirchenbezirk Simon Krug als Vakanzverwalter an die freie Pfarrstelle. Der würde die Lücke nun gerne dauerhaft füllen und möchte neuer Pfarrer werden.

Persönlich in den beiden Gemeinden anwesend war Simon Krug schon Wochen vor dem 5. Juli. Ob er dann tatsächlich in das Gönnheimer Pfarrhaus einziehen wird, entscheidet sich nach dem obligatorischen Bewerbungsverfahren. Der 34-Jährige ist in Worms aufgewachsen, hat zeitweise in Oberfranken gelebt und in Alzey sein Abitur gemacht. Im Moment wohnt er noch in Neuleiningen, ins Gönnheimer Pfarrhaus einziehen darf er erst, wenn er in dem Bewerbungsverfahren bestätigt wird. Nach dem Abi studierte er in Mainz Theologie. Seinen Vorbereitungsdienst – Vikariat – machte er in Germersheim. Danach erteilte er an der BBS Südliche Weinstraße, einer Fachschule für Sozialwesen, Unterricht mit Schwerpunkt Religionspädagogik. Anschließend wurde Krug für vier Monate auf der ebenfalls vakanten Pfarrstelle Kirchheim/Kleinkarlbach eingesetzt. „Die Region hier hat mir gut gefallen, deshalb bin ich hier wohnen geblieben“, sagt er. Zu seiner Berufswahl ist Krug nach eigener Aussage durch die Kirchenmusik gekommen.

„Die Kirche im Dorf lassen“

„Ein Pfarrer ist für Menschen da. Ich verstehe mich als Gastarbeiter für die Gemeinde, und ich bin Gast in der Gemeinde“, definiert er seine Rolle als Pfarrer. Daraus folgt für ihn, dass er „die Kirche im Dorf lassen“ muss, das heißt, die Gemeinde „nehmen, wie sie ist“ und fördern, „was da ist“. Kirche ist für Krug eine Gemeinschaft in der Gemeinde und er selbst Teil des Presbyteriums. Er möchte nicht im Vordergrund stehen und habe stets lieber „im ländlichen Bereich“ arbeiten wollen, weil er wisse, wie hier die „Menschen drauf sind“.

Den neuen Pfarrer kann man jederzeit ansprechen

Die Corona-Pandemie sei eine Herausforderung für die Kirchen. In Grünstadt habe es ein Projekt mit seiner Beteiligung gegeben, bei dem Gottesdienste online übertragen wurden und sich bis zu 300 Besucher registrierten. Dieses Positive möchte Krug aus der Krise mitnehmen und neue Formen des Gottesdiensts entwickeln. Dafür sucht er noch Mitstreiter. „Das soziale Leben erwacht allmählich wieder, die Sehnsucht nach Gemeinschaft findet wieder ihre Orte, und das können Kirchen sein“, beschreibt er die gegenwärtige Situation. Nach den Ferien soll auch die Konfirmandenarbeit wieder starten. Am Sonntag war in Gönnheim der erste Gottesdienst – unter Corona-Bedingungen – seit Mitte März. Am Sonntag wird er nach der Kirche auf dem Bücherbasar in Friedelsheim anzutreffen sein.

Obwohl er im Moment noch von Neuleiningen nach Friedelsheim oder Gönnheim pendelt, sei er immer ansprechbar, betont der junge Pfarrer. Er mache Geburtstagsbesuche, und seine Telefonnummer sei bekannt. Die Menschen sollten keine Scheu haben, sich bei ihm zu melden.

Bekommt Krug die Planstelle als Pfarrer von Gönnheim und Friedelsheim, warten als Aufgaben eine große Kirchenrenovierung in Gönnheim und in Friedelsheim die Erneuerung des Hauptportals auf ihn. Bei den Orgeln beider Orte müsse man längerfristig überlegen, wie weiter damit zu verfahren sei. Als Kirchenmusiker liegen ihm diese Fragen naturgemäß besonders am Herzen.

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