Kreis Bad Duerkheim Rheinpfalz-Umfrage: „Fasnacht ist manchmal todernst“

Bad Dürkheim. Viele Narren bereiten sich gerade auf den großen Schlussakkord im Faschingstrubel vor. Hier wird an Motivwagen gewerkelt, da werden Büttenreden geprobt, dort wird das letzte Kostüm genäht. Wie groß ist die Lust auf die heutige Weiberfasnacht? Christel Liss (67) aus Weisenheim am Berg scheut die Faschingszeit: „Ich komme aus dem hohen Norden, deswegen gehe ich weniger auf Faschingsveranstaltungen. Wenn überhaupt, dann besuche ich den Umzug in Dürkheim. Dort trifft man immer nette Leute.“ Im Gegensatz dazu ist Daniela Kolb (46) aus Bad Dürkheim eine richtige „Närrin“: „Ich gehe auf alle Fasnachtsfestivitäten. Von Umzug bis Prunksitzung , ist alles dabei. Dieses Jahr werde ich mich als Eskimo verkleiden.“ „Wie wir uns verkleiden werden, verrate ich jetzt noch nicht“, sagt Andrea Leckron-Gress lachend. Die Dürkheimerin ist seit geraumer Zeit immer mit ihrer „Mädels-Clique“ unterwegs: „Ich gehe in Begleitung vieler Frauen auf die Weiberfasnacht. Da verkleiden wir uns immer gleich und haben jedes Jahr wieder viel Spaß zusammen.“ Die Gönnheimer Fasnacht machte einst der 70-jährige Josef Heintzmann unsicher. Nur in den letzten Jahren habe er gemerkt, dass der Karneval auch eine „todernste Sache“ sein kann und ist seitdem nicht mehr aktiv. „Fasching ist nur Arbeit. Irgendwann merkt man, dass es vor den Kulissen nicht das ist, was es hinter den Kulissen ist. Irgendwann wird es einem zu anstrengend“, erzählt der Dürkheimer. „Ich bin immer gerne als Scheich, Cowboy oder Seemann gegangen.“ Eine stärkere Bindung zur Narretei hat die in Köln wohnende Schima Kroneberg. Die 34-jährige liebt es , in einer der deutschen Fasnachtshochburgen wie Köln, die Umzüge anzuschauen. „Als Kölnerin muss man zum Fasching,“ erzählt sie lachend. „Dieses Jahr werde ich ein Blumenkostüm tragen.“ Das Gegenteil davon ist Harald Stetter. Der 61-Jährige sagt: „Fasching ist nichts für mich. Wenn ich mal gegangen bin, dann meist als Cowboy.“ (vup/ Fotos: Franck)