Kreis Bad Duerkheim Rat soll sich in Deponie einlesen

Der Erpolzheimer Gemeinderat will sich erst über die geplante Sanierung von Feld 3 der BASF-Altdeponie am Bruchhübel informieren, bevor er dazu eine Stellungnahme abgibt. Dies war der Tenor in der Sitzung am Dienstagabend.
Vor einigen Jahren sind in einem 1,7 Hektar großen Gelände im Dürkheim-Erpolzheimer Bruch Schadstoffe entdeckt worden, die aus einer stillgelegten Deponie der BASF stammen. Dies soll unter anderem dadurch behoben werden, indem man den Deponiekörper mit einer Dichtschlitzwand komplett einkapselt (wir berichteten zuletzt im Februar) und dadurch weitere Ausschwemmungen durch Grundwasser unterbindet. Die SGD Süd als Kontroll- und Genehmigungsbehörde hat von den umliegenden Gemeinden dazu Stellungnahmen angefordert. Die Gemeinde habe zwei Ordner mit Unterlagen und Informationen bekommen, berichtete Ortsbürgermeister Alexander Bergner (FWG). Er habe die Ordner noch nicht an die Ratsmitglieder weitergegeben, da zunächst er ebenso wie Beigeordneter Günther Beck (SPD) die Unterlagen durchgesehen hätten. Er habe dazu mehrere Tage gebraucht, so Bergner. Beim letzten Infoabend von SGD und BASF in Bad Dürkheim waren nur zwei Mitglieder des Erpolzheimer Gemeinderats zugegen gewesen. Die Ratsmitglieder seien keine Experten für Deponiesanierung und könnten deshalb nicht „sach- und fachgerecht beurteilen“, ob die nun vorgesehene Methode die beste ist und Erfolg haben wird, so Bergner. „Wir müssen uns auf das Fachbüro, das die Planung erarbeitet hat, verlassen“, so Bergner. Bergner verwies darauf, dass Experten der SGD die Planung prüfen. Gertraud Fröhlich (parteilos) bezeichnete es als „unverantwortlich“, sich auf die SGD und BASF zu verlassen. Von denen werde „Schindluder mit der Umwelt getrieben“. Sie forderte, dass sich der Rat bei anderen Experten informieren solle, bevor er Stellung nehme. Laut Bergner hätte die Stellungnahme eigentlich schon bis 11. März bei der SGD vorliegen müssen. Er regte eine interne Abstimmung zwischen den Ratsfraktionen an, doch habe er auch nichts dagegen, Experten einzuladen. Man müsse wissen, welchen Stellenwert die Position der Gemeinde hat, so SPD-Fraktionssprecher Gunter Seidenspinner. Die Ratsmitglieder sollen sich jetzt erst über die Planung informieren. Wie es dann weitergeht, blieb offen. Der Gemeinderat ist damit einverstanden, dass die Bürgerstiftung auf dem Spielplatz am Sportgelände eine Kletterwand aufstellen und der Gemeinde schenken will. Sie soll 2,50 Meter hoch und etwa vier Meter lang sein und werde gegenüber dem Beachvolleyball-Feld parallel zum Weg installiert, erläuterte Günther Beck, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Als Fallschutz soll die vorhandene Sandgrube dienen. Der Sandbagger müsse an die südöstliche Ecke der Sandgrube versetzt werden. Peter Huber, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, verwies darauf, dass die Kletterwand von einer Fachfirma installiert werden soll. Fröhlich erinnerte daran, dass überprüft werden soll, ob die Aussiedlungen, die im Bereich des Gewerbegebiets entstanden sind, zurecht genehmigt wurden. (ann)