Kreis Bad Duerkheim Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“

Zwischen der Gemeinde Kanama in Ruanda und dem Wachenheimer Verein „Partnerschaft Ruanda“ bestehen seit 30 Jahren enge Beziehungen. In diesen Jahren war der Verein unter dem Vorsitz von Walter Brändlein mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bau von acht Grundschulen, deren Renovierung und/oder Erweiterung behilflich.
1982 hatte das Land Rheinland-Pfalz zu Partnerschaften mit ruandischen Gemeinden aufgerufen. Walter Brändlein empfand das seinerzeit als Gelegenheit, sich persönlich in Hilfsprojekte einzubringen und nicht nur auf Geldspenden bei bestehenden Hilfsorganisationen angewiesen zu sein. Bei einer Reise nach Ruanda mit der Fridtjof-Nansen-Akademie, die Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählt, wurden erste Kontakte geknüpft und Ideen über konkrete Vorgehensweisen entwickelt. Anfangs widmete sich Walter Brändl noch mit der eigenen Familie und einem Freundeskreis der Ruanda-Partnerschaft, 1990 wurde dann der Verein gegründet. Schulen erhielten Schulmaterial, bedürftige Kinder bekamen Kleidung und Nahrung. Bei einem weiteren Ruanda-Besuch in 2002 kam Walter Brändlein in Kontakt zu Behinderten. Der Verein engagierte sich danach bei der Vereinigung der Behinderten Tuzamurane. Sie bekamen eine Werkstatt, in der Fahrräder repariert werden, einen Behandlungsraum für Physiotherapie, sie wurden mit Gehhilfen, Rollstühlen und anderen Hilfsgütern ausgestattet. Das Koordinationsbüro von Rheinland-Pfalz in Ruandas Hauptstadt Kigali betreute die Projekte. Als Grundprinzip gilt in jedem Fall „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Bedürftige. Der Wachenheimer Verein hat 50 Mitglieder, davon waren laut Brändlein bisher neun in Ruanda. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, die Spenden kommen ohne Abzug den Hilfsprojekten zugute. Der Verein finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Tombolas und den Verkauf von Kunsthandwerk aus Ruanda, wie beispielsweise Weihnachtskarten. „Unser Verein ist bestimmt nicht so unterhaltsam wie andere Vereine in der Stadt mit kulturellem Hintergrund“, meint der Wachenheimer. Deshalb sei man wohl ein relativ kleines Häufchen von 50 Leuten geblieben. Man bitte meist um Spenden und arbeite „so ziemlich im Stillen“. Weitere ähnliche Ruanda-Partnerschaften gibt es in Haßloch, Neustadt und Grünstadt. Beim Erlebnistag Weinstraße war der Verein in Wachenheim beim Bürgerspital mit einem Verkaufsstand für afrikanisches Kunsthandwerk vertreten. Mit dem Erlös sollen bedürftige Familien und Behinderte unterstützt werden. Ans Aufhören denkt der 72 Jahre alte Brändlein nicht. „Ich habe weiter vor, mich zu engagieren“, bekräftigte er. (mkö)