Kreis Bad Duerkheim Pfiffiger Klettervogel auf Nestsuche

Der Kleiber nimmt auch im Burgtal gern künstliche Nisthöhlen an.
Der Kleiber nimmt auch im Burgtal gern künstliche Nisthöhlen an.

Ohne Steigungen geht es auf einem bachnahen Weg durch das Burgtal – nahe der Straße, aber zugleich mit vielen Eindrücken zwischen Winter und Vorfrühling. An der Kreisstraße 16 zwischen Ortsausgang Wachenheim und der Rotsteig befindet sich gegenüber der Waldzufahrt zum Oppauer Haus ein kleiner Parkplatz. Hier nimmt man den Forstweg mit dem gelben Balken in östliche Richtung. Nicht weit vom Weg verläuft der Wachenheimer Bach. Aus dem Talgrund wachsen manch knorrige Bäume. Über dem Spaziergänger wölbt sich das noch kahle Geäst von Buchen, Eichen und anderen Laubbäumen. Zum Mischwald im Burgtal gehören außerdem zahlreiche Fichten. Auch kleinere Pflanzen, die Feuchtigkeit lieben, gedeihen hier reichlich. Neben Farnen gibt es am Wegrand vielerlei Arten von Moosen zu entdecken. Unter ihnen fällt das besonders geschützte Torfmoos auf. Während seine dichten Polster stellenweise die Wegböschung bewachsen, überziehen andere Arten auch die Baumstümpfe, die von der Holzernte zurückblieben. Der Spaziergänger kann dem Weg beliebig weit folgen, nimmt aber die gleiche Route wieder zurück. Empfohlen sei die Strecke vor allem vormittags. An Winternachmittagen herrscht hier schon früh Schatten. Doch allmählich werden die Tage länger und der Frühling naht. Die Vogelwelt gibt deutlich davon Kunde: Jetzt ist es Zeit, ein Revier mit seinen Singkünsten abzugrenzen. Zu den gefiederten Waldbewohnern des Burgtals gehören neben mehreren Meisen- und Spechtarten auch Amsel, Rotkehlchen und Kleiber. Dessen trillernder und pfeifender Ruf tönt unüberhörbar durch den Wald. Mit seiner Partnerin muss der Kleiber jetzt eine geeignete Bruthöhle finden. Den pfiffigen Klettervogel kann man manchmal dabei beobachten, wie er die Rindenspalten nach Spinnentieren und Insekten absucht. An der Kreisstraße steht die alljährliche Wanderung der Amphibien bevor: Sobald die Nächte milder werden, überqueren Erdkröten, Grasfrösche, Feuersalamander und mehrere Molcharten den Asphalt, um an ihre Laichgewässer zu kommen. Damit die bedrohten Lurche nicht massenhaft überfahren werden, erfolgt ab Montag die nächtliche Straßensperrung. Immer wieder leuchtet am Wegrand zwischen dunkleren Baumstämmen das Weiß einzelner Birken hervor. Hier im Burgtal stehen besonders schöne und alte Exemplare. Nur noch an wenigen Stellen entdeckt der Spaziergänger Reste winterlichen Eises: Wo es nachts unter überhängenden Steinen und Moos noch frostig wird, gefriert das stetig herabtropfende Wasser zu kleinen Eiszapfen.

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