Kreis Bad Duerkheim Nicht nur Bananenbrot

Großes bürgerschaftliches Engagement brachte sie mit auf den Weg: Die Selbstversorgerküche am Schul- und Kita-Standort Friedelsheim/Gönnheim ist seit dem Sommer in Betrieb. Gestern wurde sie der Öffentlichkeit übergeben. Kulinarische Kostproben durften dabei nicht fehlen.
Verbandsbürgermeister Udo Kittelberger schlug einen großen Bogen vom gemeinsamen Feuerwehrgerätehaus in der Nachbarschaft zu der bereits bestehenden Schule und zu dem später dann entstandenen gemeinsamen Kindergarten der beiden kleinsten Gemeinden der Verbandsgemeinde Wachenheim. Er nahm auch Bezug auf einen RHEINPFALZ-Artikel dieser Tage, der dem Schulessen überwiegend die Note „mangelhaft“ verliehen hatte (Mittwoch, Politik) und stellte ihm die bewusst und nachhaltig zubereitete Nahrung in der neuen Schulküche gegenüber. Gesunde Ernährung sei aktive Gesundheitsvorsorge, betonte er. Die Entwicklung der letzten Jahre hätten einen größeren Bedarf an betreuerischen Verpflichtungen aufgezeigt, sagte Kittelberger. Mit den frisch zubereiteten Mahlzeiten trage man den Wünschen der Eltern Rechnung. Die Verbandsgemeinde habe mit dem „mutigen Schritt“ Neuland betreten, eine große finanzielle Entlastung sei die 30.000-Euro-Spende gewesen, die Förderverein und Elternausschüsse für diesen Zweck erwirtschaftet hatten. Kittelberger bedankte sich bei allen Beteiligten und insbesondere bei seiner Stellvertreterin Heike Ditrich, die ihn in dieser Sache „ungeheuer entlastet“ habe. Die Verwaltung habe vom VG-Rat den Auftrag, ihn mit einer Kostenanalyse der Selbstversorgerküche auf dem Laufenden zu halten, informierte der Verwaltungschef. Laut Ditrich liegt zwar noch keine Endabrechnung für die Küche vor, jedoch werde damit gerechnet, dass der ursprüngliche Kostenrahmen von 295.000 Euro eingehalten werden könne. Auch Architekt Gerd Otto bedankte sich bei „Tausendsassa Ditrich“, die überall konstruktiv mitgewirkt habe. Dank ihrer tatkräftigen Mithilfe könnten sich die Eltern darauf verlassen, dass ihre Kinder „was Vernünftiges zu essen bekommen“. Der Vorsitzende des Fördervereins, Lothar Plogsties, sagte, die Selbstversorgerküche habe ganz viele Väter. Sie habe die Beteiligten strapaziert bis zum „geht nicht mehr“. Wer einmal Glühwein und Brezeln zu diesem Zweck verkauft habe, wisse, wovon er spreche. „Das ist Bürgersinn“, betonte er, die gesamte Elternschaft habe von Anfang an dahinter gestanden. Die Küche sei inzwischen ein „zentraler Punkt“ im Alltag der Schule, so der Fördervereinsvorsitzende. Der Vertreter der Pfalzgas – in der Küche wird mit Erdgas gekocht – bescheinigte dem Förderverein, mit seinem Engagement „Einmaliges“ auf die Beine gestellt zu haben. Auch die Verwaltung habe vehement dazu beigetragen, dass die Küche ein Demonstrationsobjekt in der Region sei. Die Entwicklung gehe in den letzten Jahren eindeutig hin zu Ganztagskindern, die unter Mittag ein gesundes Essen bräuchten, sagte Grundschulrektorin Eva Treusch. Selbst als die Küche eine Baustelle gewesen sei, habe das die Beteiligten nie aus der Ruhe gebracht. Unter der Leitung von Petra Fischer und Christina Ettmüller sangen die Betreuungs- und Hortkinder das Lied „Theo, mach mir ein Bananenbrot.“ Die Besucher konnten bei einem Sinnesparcours der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale ihr Wissen um Lebensmittel und Gewürze erweitern. Die Küche „bekocht“ die Kinder der betreuten Grundschule Friedelsheim/Gönnheim und Ellerstadt, die Hortkinder und die Ganztags-Kitakinder des Janusz-Korczak-Hauses. Sechs Beschäftigte arbeiten hier in Teilzeit. (mkö)