Deidesheim Nachklapp: Lasst Lichterketten das Neue Jahr begrüßen
Große Partys wird es dieses Mal zum Jahreswechsel wohl nicht geben. Da müsste schon ein Wunder passieren. Aber was ist mit dem Silvester-Feuerwerk in kleinem Kreis? In den Niederlanden soll es wohl gestrichen werden, hierzulande wird über ein solches Verbot diskutiert, höchst kontrovers natürlich. Kritik an der Knallerei gibt es schon lange, unabhängig vom Virus. Denn Böller und Raketen führen zu einer hohen Feinstaubbelastung, außerdem werden jedes Jahr zahlreiche Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt oder erleiden Knalltraumata. Polizei, Feuerwehr und Notärzte sind vielerorts im Dauereinsatz.
Und die haben wahrlich auch ohne Feuerwerk in diesem Jahr schon genug zu tun. Kein Wunder also, wenn gerade aus den Reihen von Ärzten und Polizisten die Forderung kommt, dass auch bei uns das Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr ausfallen soll.
In der Region bisher noch wenig gehört
Hier in der Region hat man zu dem Thema bisher noch nicht viel gehört. Die Forderung nach einem Verbot ist in Deidesheim aber schon im Januar erhoben worden – von den Grünen im Stadtrat. Da war Corona noch weit weg. Ein Gegenargument damals wie heute: Wer soll das kontrollieren? Und welchen Sinn hat ein Verbot, das man nicht kontrollieren kann?
Nun: Es gibt auch andere Verbote, die nicht flächendeckend kontrolliert werden können. Zum Beispiel Tempo-Limits. Und natürlich werden sie auch häufig missachtet. Doch niemand fordert deshalb ernsthaft, sie deshalb gleich ganz abzuschaffen. Und es ist auch keineswegs so, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen überhaupt keine Auswirkungen hätten. Ein Großteil der Menschen hält sich daran, vielleicht manchmal ein bisschen genervt, aber doch im Grunde überzeugt davon, dass die Regeln ihren Sinn haben.
Alternativvorschläge schon im Januar
Die aktuelle Corona-Lage ist ernst. Auch in Deutschland arbeiten die Krankenhäuser in zunehmendem Maß am Limit. Muss man ihnen wirklich noch mehr Arbeit zumuten, für ein paar Knaller und Raketen am Himmel?
Die Grünen in Deidesheim, da sind wir sicher, sagen da deutlich Nein. Übrigens hat Fraktionssprecherin Ruth Ratter im Januar auch schon Alternativvorschläge gemacht: Bunte Lichterketten zum Beispiel statt Raketen. Fehlt nur noch irgendetwas, was das Knallen ersetzt. Musik von den Balkonen vielleicht? Das kennen wir doch schon vom Corona-Frühjahr, die Italiener haben es damals vorgemacht. Es hat die Menschen ein Stück weit zusammengeschweißt. Und das könnten wir im Moment doch wirklich gut gebrauchen.