Gerolsheim / Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nachfrage nach Brennholz: „Leute rennen uns die Bude ein“

Wohlig warm durch den Winter: Weil Gas knapp werden könnte, steigen mehr Menschen auf Brennholz um.
Wohlig warm durch den Winter: Weil Gas knapp werden könnte, steigen mehr Menschen auf Brennholz um.

In der Energiekrise ist Brennholz so gefragt wie nie. Isabelle Behret, Revierleiterin im Forstzweckverband Jerusalemberg Leiningerwald, berichtet, was das bedeutet.

Frau Behret, spüren Sie, dass mehr Menschen im Zuge der Energiekrise auf Holz setzen?
Definitiv, wir haben Anfragen bis nach Mainz vorliegen. Viele davon sind Neukunden, die sich erst kürzlich einen Ofen angeschafft haben. Die Leute rennen uns jetzt schon die Bude ein, ohne nach dem Preis zu fragen. Wir hoffen aber, dass die Bürger jetzt nicht anfangen, Brennholz zu hamstern, schließlich wollen im Winter alle heizen.

Revierleiterin Isabelle Behret
Revierleiterin Isabelle Behret

Ist durch die Dürre nicht mehr Brennholz verfügbar, sodass es möglich wäre, die Brennholzmenge aufgrund der hohen Nachfrage zu erhöhen?
Jetzt die Brennholzmenge zu erhöhen, würde uns irgendwann einholen. Im Forstrevier werden 2200 Hektar bewirtschaftet, und wir müssen alle Spaten bedienen. Wir dürfen jährlich 10.000 Festmeter Holz schlagen, mehrheitlich unser hochklassiges Produkt Sägebauholz. Die Dürre hat auf die Qualität des Holzes meist keine Auswirkungen. Die Schäden durch den Schneebruch im April beschäftigen uns allerdings noch bis heute, nicht nur wegen Totholzes in den Kronen, sondern auch weil einige Jungbestände dadurch zusammengebrochen sind. Und natürlich haben wir auch Käferholz, das bei uns jedes Jahr anfällt. Die verfügbare Brennholzmenge liegt aber weiter bei rund 2000 Festmetern. Das haben wir in den vergangenen Jahren nie ausgereizt, und wir sind bestrebt, das auch in diesem Jahr nicht zu tun.

Wie werden sich Energiekrise und gestiegene Nachfrage in den Holzpreisen niederschlagen?
Wir haben noch vor den Ferien klar gesagt, dass wir die Preise nicht erhöhen, weil wir uns nicht an der Krise bereichern wollen. Doch dann hat das Land drastische Preissteigerungen angekündigt. Darauf müssen wir reagieren. Um nicht überrannt zu werden, haben wir uns entschieden, die Preise moderat anzuheben. Zuvor haben der Festmeter Laubholz noch 55 Euro, Nadelholz 42 Euro gekostet. Jetzt zahlen die Bürger aus unseren Waldgemeinden bis zehn Festmeter 60 Euro und Auswärtige 65 Euro. Ab dem elften Festmeter sind es dann fünf Euro mehr pro Festmeter. Um zumindest einen Großteil der Anfragen bedienen zu können, werden wir keine reinen Laubholz-Polter mehr anbieten, sondern immer gemischt mit Nadelholz. So können wir zirka 3000 bis 4000 Festmeter Brennholz bereitstellen.

Zur Person

Isabelle Behret ist 41 Jahre alt und seit 2010 Revierleiterin beim Forstzweckverband Jerusalemberg Leiningerwald.

Zur Sache

Der Brennholzverkauf aus den Gemeindewäldern des Forstzweckverbands Jerusalemberg in Altleiningen, Battenberg, Carlsberg, Gerolsheim, Kirchheim, Kleinkarlbach, Lambsheim, Neuleiningen, Wattenheim sowie Grünstadt beginnt mit Infoveranstaltungen, nach denen Interessierte bevorzugt ihre Holzbestellung aufgeben können: am Dienstag, 13. September, 18.30 Uhr, im Bürgerhaus, Hauptstraße 6, in Carlsberg-Hertlingshausen; am Donnerstag, 15. September, 18.30 Uhr, im Rathaus, Hintergasse 21, in Gerolsheim; am Dienstag, 20. September, 18.30 Uhr, im Friederich Diffiné Haus, Weinstraße Nord 1, in Kirchheim. Ein Motorsägenschein ist Voraussetzung für den Erwerb von Brennholz, eine Kopie des Scheins ist mitzubringen. Für alle, die an keinem dieser Termine teilnehmen können, besteht ab dem 21. September die Möglichkeit, eine Bestellung unter Telefon 06305 9947983 oder per E-Mail an christian.hoffmann@wald-rlp.de aufzugeben.

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