deidesheim / Niederkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Lebensraum für Amphibien

Arbeitseinsatz auf den Silbertalwiesen.
Arbeitseinsatz auf den Silbertalwiesen.

Zusammen mit dem Forstzweckverband Mittelhaardt hat die Umweltgruppe Unke einen Teil der Silbertalwiesen von Brombeerranken befreit.

Der obere Bereich des Gimmeldinger Tals, mit dem schönen Namen Silbertal, gehört zur Gemarkung Niederkirchen und Deidesheim. „Stellt man sich das ursprüngliche Tal mit dem mäandrierenden Mußbach und den früher beweideten oder gemähten Wiesen vor, kann man die Namensvergebung gut nachvollziehen“, betont Alfons Fürst, Naturschutzbeauftragter der Kreisverwaltung Bad Dürkheim für die Verbandsgemeinde Deidesheim und Mitbegründer der Umweltgruppe.

Die Wiesen wurden als Weiden von den Forsthäusern Benjental (Deidesheim) und Silbertal (Niederkirchen) und zur Heugewinnung für die Winterfütterung des Wildes genutzt. Der Mußbach führt ganzjährig Wasser, so dass sich auch Fische darin halten können. Vor wenigen Jahren konnte sogar noch der Eisvogel beim Fischen hier beobachtet werden, so Fürst. Der Bach zwischen Erlen und Wiesengrund ist für den Naturhaushalt besonders wertvoll. An schwülen Sommertagen spüre man das erfrischende Kleinklima des Tales bis an den Ortsrand von Gimmeldingen, erklärt der Fachmann weiter.

Weitere Arbeitseinsätze geplant

Doch dann wurden vor einigen Jahren vom Naturpark Pfälzerwald die Gelder zur Pflege dieser Wiesen eingestellt, und die Flächen wuchsen zunehmend mit Brombeerhecken und Büschen zu. Die Umweltgruppe plant, mit noch weiteren Arbeitseinsätzen die Feuchtwiesen wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzusetzen und den Lichteinfall im Bach zu verbessern. Die Bachsaumvegetation, zu der beispielsweise Sumpfdotterblumen, Sumpfiris und Blutweiderich gehören, soll sich wieder entfalten können und auf den Wiesenflächen Knabenkräuter, Mädesüß und Wiesenknopf wachsen. Wasser und Wiese sollen Amphibien mehr Lebensraum bieten und Insekten wie Schmetterlinge und Libellen anlocken. „Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich dieses Kleinod unserer heimischen Natur entwickeln wird“, freut sich Alfons Fürst.

Die Pflegearbeiten der Umweltgruppe werden von Forstrevierleiter Robert Kirchner und der Landesspflegerin und Biotop-Betreuerin der Oberen Naturschutzbehörde, Dorothea Gutowski, unterstützt. Wegen des feuchten Bodens kommen hier nur leichte Mähgeräte zum Einsatz, ansonsten ist Handarbeit gefragt. Im Frühjahr konnte jedoch im unteren Bereich eine Teilfläche auch maschinell gemäht werden.

Kurzinfo

Der nächste Arbeitseinsatz von Unke ist am Samstag, 23. Oktober, allerdings geht es um eine andere Aktion. In der Hainschlaidt am Moosbach werden zwei Gabionen aufgestellt und mit Lesesteine und Totholz gefüllt. Damit sollen Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für bedrohte Vogelarten, wie beispielsweise der Steinschmätzer, geschaffen werden. Auch weitere Nachpflanzungen am Moosbach sind vorgesehen. Die Aktion ist mit der Stadt und dem Bauamt abgestimmt. Treffpunkt ist um 9 Uhr das Feldkreuz am Beginn des Mäushöhlwegs, am nördlichen Ortsausgang von Deidesheim.

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