Kreis Bad Duerkheim Leserbriefe:

Zunächst möchte ich Ihnen meinen Dank aussprechen, dass sie zum wiederholten Male so ausführlich über die aktuelle Flüchtlingssituation in unserer Region berichten. Auch Ihr Adventskalender mit den Porträts einiger unserer neuen Mitbürger hat mir sehr gut gefallen. In diesen schwierigen Zeiten ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, den Leuten zu zeigen, dass sich hinter dem Begriff „Flüchtling“ auch unzählige unbescholtene Menschen befinden, die bei uns einfach nur in Frieden leben wollen und die unserer Hilfsbereitschaft und auch unserer Freundschaft bedürfen. Die Hilfe erfahren diese Menschen in erster Linie von den ehrenamtlichen Helfern, die sich um sie kümmern, sei es als Lehrer in Deutschkursen, als Familienpaten oder als ehrenamtliche Mitarbeiter, zum Beispiel in Kleiderkammern und so weiter. Negativ aufgefallen ist mir aber, dass niemand für nötig gehalten hat, mit auch nur mit einem Wort auf die Lage in Gönnheim und Friedelsheim hinzuweisen. Ihr Artikel erweckt nicht nur bei mir den Eindruck, dass in den beiden Gemeinden nichts getan wird und dort in Sachen Flüchtlingshilfe ein weißer Fleck auf der Landkarte herrscht. In den letzten Monaten ist es uns Helfern gelungen, für unsere neuen Mitbürger zwei Mal in der Woche einen ehrenamtlichen Deutschunterricht für die Erwachsenen sowie einen separaten Kurs für die Kinder zu organisieren. Alle unsere Familien in Gönnheim können im Alltag wie auch im Notfall auf einen Familienpaten (oder eine Vertretung) zurückgreifen, der Fahrdienste, Einkaufsbegleitung, Behördengänge, Arztbesuche machen. Ebenso sollte nicht unsere Kleiderkammer vergessen werden, die durch private Initiative entstanden ist und nicht nur den Flüchtlingen, sondern allen Bedürftigen offen steht. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die große Hilfsbereitschaft der Friedelsheimer und Gönnheimer, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Dass vergangene Woche die Gönnheimer Ehrenamtlichen in Ellerstadt in einem medizinischen Notfall aushelfen mussten, weil niemand sonst greifbar war, möchte ich nur am Rande erwähnen. Natürlich bin ich froh, dass sich die RHEINPFALZ mit dem Thema der Belastung der ehrenamtlichen Helfer in ihrem Einzugsgebiet beschäftigt. Damit wird vielen Lesern deutlich, mit welchem Einsatz hier unverschuldet in Not geratenen Flüchtlingen geholfen wird. Dies gilt natürlich auch für die vielen ehrenamtlichen Helfern in der Verbandsgemeinde Wachenheim, die eigentlich aus vier Gemeinden besteht. Heute wird allerdings der Eindruck erweckt, dass in Friedelsheim und Gönnheim ein schwarzes Loch entstanden ist. Dabei sind hier so viel ehrenamtliche Helfer aus beiden Gemeinden mit Hingabe, Zuverlässigkeit und Aufwand tätig, dass sie es auch verdient hätten, neben den erfolgreichen Organisationen in Ellerstadt und Wachenheim erwähnt zu werden. (...) „Definitiv nicht denkmalgeschützt“. Da irrt sich der Herr Bürgermeister. Im Rahmen der Diskussion um die Baugenehmigung für die Herstellung des Parkplatzes im Park der Sektkellerei Schloss Wachenheim teilte mir die Untere Denkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim in einem Schreiben vom 9. Juli 2012 mit, dass die Mauer „als Bestandteil der Denkmalzone Altstadt und als Bestandteil des Baudenkmals ,Sektkellerei denkmalschutzrechtlich von Interesse“ ist. Da aber durch die Baumaßnahme „die Eingriffe in die Denkmalzone auf ein Minimum beschränkt“ seien, stimme sie der Baumaßnahme zu. Wenn ich die RHEINPFALZ auf den Beginn der Baumaßnahme aufmerksam gemacht habe, dann nicht wegen der Frage, ob die Baumaßnahme rechtens ist. Diese Frage ist mit der Erteilung der Baugenehmigung vor knapp vier Jahren entschieden. Was ich aber gerne anregen möchte, ist, dass sich unsere Entscheidungsträger beim Umgang mit historischer Bausubstanz zunächst etwas mehr Hintergrundwissen verschaffen und dann entscheiden. Sich nur auf das Urteil der (außenstehenden) Denkmalschutzbehörde zu verlassen, ist oft zu wenig. Die Umfassungsmauer des Sektkellereiparks ist sicher über 200 Jahre alt (auf einem Stich von 1791 ist sie schon abgebildet), sie begrenzte, bis zum geradlinigen Ausbau der Weinstraße im Jahre 1835, die „Altstraße“, die bis dahin am Park vorbei hinunter bis zum „Luginsland“, die aus der Stadt hinausführende Hauptstraße war. Sie ist, zusammen mit einigen wenigen anderen noch erhaltenen Sandsteinmauern, stadtbildprägend. Hier stelle ich mir die Frage: Wie passen die jetzigen Eingriffe an dieser Mauer zu den zeitgleich beginnenden Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Historische Stadtbereiche – Städtebaulicher Denkmalschutz“, dessen sich unsere Entscheidungsträger gerade in den vergangenen Wochen unaufhörlich rühmen? Und schließlich noch ein Wort zum plötzlichen Beginn der Maßnahme. Es entspricht eigentlich dem normalen Umgang zwischen Nachbarn, dass man eine solche Maßnahme, insbesondere wenn die Nachbarn Behinderungen in Kauf nehmen und sogar Gegenstände aus ihrem Besitz entfernen müssen, wenigstens eine Woche vorher ankündigt. Ist das eventuell ein schlechtes Gewissen, wenn man anruft, während der Bagger die ersten Steine herunterwirft? Anmerkung der Redaktion: Nach gestriger Auskunft der Kreisverwaltung ist das besagte Mauerstück Teil der Denkmalzone und damit eigentlich geschützt. Für den Teilabriss habe es allerdings eine Genehmigung der Denkmalsbehörden von Kreis und Land gegeben.