Kreis Bad Duerkheim Leserbriefe:

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Innehalten und zum Überdenken der politischen Kultur in Wachenheim. Auch nach der Trauerfeier für Udo Kittelberger sitzt der Schock über seinen frühen Tod noch tief. Ich möchte hier nicht darüber spekulieren, warum Udo Kittelberger mit 57 Jahren gestorben ist. Aber ich denke, dass alle, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, die seine kommunalpolitischen Freunde und Gegner waren, die ihn in Sitzungen des Verbandsgemeinderates sachlich oder unsachlich (oder „bis an den Rand der Verunglimpfung“?) gefordert haben, innehalten sollten. Fragen Sie sich, ob hier womöglich etwas falsch gelaufen ist. Auch die Macher des Wahlkampfes, die den Gegenkandidaten von Herrn Kittelberger unterstützt haben, sollten sich diese Frage stellen. Wir alle wissen: Negativer Stress macht krank und muss reduziert werden. Es geht jetzt beileibe nicht darum, Schuldige zu benennen und mit dem Finger auf sie zu zeigen. Aber es ist der richtige Moment um zu überdenken, wie zukünftig in der Kommunalpolitik unserer Gemeinde miteinander umgegangen werden soll. Bürgermeister Meinhardt aus Gönnheim hat dazu in seiner Ansprache zum neuen Jahr das passende Rezept geliefert: Will man Chancen der Veränderung nutzen, „geht das nicht durch Ausgrenzung. Parteizugehörigkeit sollte in Dörfern unserer Größe keine Rolle spielen“. Das heißt also: mehr Sachdiskussion und weniger Parteipolitik, mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. Das Ergebnis wird sein, dass damit schneller bessere Ergebnisse erreicht werden, die wir dringend brauchen. Als Nebeneffekt vermeidet das achtsame miteinander Umgehen krank machenden Stress. Wenn in diesem Sinne in Wachenheim und in der Verbandsgemeinde eine Kulturwandel erreicht werden kann, hätte das Nachdenken über Udo Kittelbergers Tod einen Sinn gehabt. Selten habe ich mich an einem Leserbrief wirklich ernsthaft gestört. Über den Beitrag des mir persönlich unbekannten Peter Brodhag habe ich mich jedoch sehr geärgert, da er in seiner Vorgehensweise, Kurzdarstellung und Schlussfolgerung unangemessen und hässlich vorgeht. Offenbar wird bewusst die Situation ausgenutzt, dass der hier angeklagte Personenkreis aus Gründen der anlassbedingten Pietät kaum eine Richtigstellung vornehmen kann. Lediglich die Form des angesprochenen Wahlinformationsschreibens war nicht gut. Das sehe ich so, wenngleich die Art und Weise im Wahlkampf bedauerlicherweise und parteiübergreifend nicht unüblich ist. Inhaltlich waren die Informationen jedoch keinesfalls fehlerhaft! Sie waren richtig und eine notwendige Reaktion auf unrichtige Darstellungen. Diesen Vorwurf nach dem tragischen, viel zu frühen Tod eines Mitbürgers und Mitmenschen als negativ meinungsbildendes Instrument einzusetzen, empfinde ich als widerlich und abstoßend. Nicht auszudenken, was der Verfasser unter anderen Umstände zum Besten gegeben hätte.