Kreis Bad Duerkheim Kugeln zum Schweinchen

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Versteckt im Burgtal in Wachenheim, hinter dem Campingplatz liegen rot-sandige Sportfelder. Männer und Frauen mittleren Alters stehen zusammen, trinken Kaffee und Schorle. In ihren Händen haben sie apfelgroße Metallkugeln. Sind sie zum Kugelstoßen hier? Nein, sie spielen Boule. Am Samstag beim Pfingstturnier des Wachenheimer Boule Clubs „Les Amis de Boule“.

„Wir haben heute keine Schiedsrichter, aber wir kennen uns ja alle, und wenn es Unklarheiten gibt, können auch die anderen Spieler helfen“, erklärt Ronny Baust als Sportwart des Vereins. Dieses Vertrauensverhältnis wäre in anderen Sportarten kaum denkbar, ist in der kleinen Boule-Gemeinschaft aber kein Problem. In Zweierteams treten die Spieler an, möglich wäre auch Eins-gegen-Eins oder in Dreierteams gegeneinander. Ziel beim Boulespielen ist es, das Schweinchen zu treffen. Das ist eine ein Zentimeter große, meist rosafarbene Kugel. Diese wird zu Anfang jedes Spiels geworfen und wird zum Ziel. Die Zweierteams haben jeweils sechs Kugeln. Wenn sie diese geworfen haben, wird nachgeschaut: Wessen Kugel liegt näher am Schweinchen? Für jede eigene Kugel, die näher am Schweinchen liegt, als die beste Kugel des Gegners, bekommt das Team einen Punkt. 13 Punkte braucht man für den Sieg. „Bei gleich guten Teams kann das auch mal zwei Stunden dauern“, berichtet der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Böhrer. Der 59-jährige Ludwigshafener gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der seit 2001 – erst als lockere Runde – besteht. „Auf dem früheren Sportplatz gab es schon länger einzelne Freizeitspieler, da kamen wir auf die Idee eine richtige Boulebahn zu bauen“, beschreibt Böhrer die Entwicklung. Seit 2004 bestehen die „Les Amis de Boule“ als eingetragener Verein. Inzwischen haben sie über 60 Mitglieder und zwei Ligamannschaften, eine in der Bezirksklasse und eine in der Bezirksliga. Obwohl Boule ein eher gemütlicher Sport ist, haben die Ligaspieler sportlichen Ehrgeiz: Mehrmals pro Woche trainieren sie. Der gesamte Verein trifft sich dann sonntags zum gemeinsamen Spiel. Inzwischen hat der Verein 50 Mitglieder. Davon sind die meisten Männer und im gesetzten Alter. Ausnahme ist der 16-jährige Philipp Cecco aus Wachenheim. Er spielt seit zwei Jahren im Verein. „Das wichtigste beim Boule ist eine gute Konzentration, sonst muss man eigentlich nur werfen können“, erzählt er schmunzelnd. Einige der wenigen Frauen sind Siggi Müller-Seibert und ihre Frau Eva-Maria Seibert. Das Ehepaar aus Fußgönheim ist seit zwei Jahren im Verein. „Mir gefällt an dem Sport das man an der frischen Luft ist, mit netten Leuten und es auch bei Knieproblemen noch spielen kann“, begründet sie ihre Begeisterung. „Man kann mit dem Sport alt werden“. (jwd)

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