Bad Dürkheim Karl Heinz und Ingeborg Ester: Seit 65 Jahren Seite an Seite
Wie sich kennengelernt haben? „Sie kam immer an meinen Schalter bei der AOK“, erzählt der Jubilar. Vertieft haben sie ihre Bekanntschaft auf dem Wurstmarkt. Dort waren beide zunächst mit ihren jeweiligen Freunden unterwegs – bis sich Ingeborg seiner Gruppe anschloss und damit wohl die weiteren Weichen stellte.
Die Hochzeitsglocken läuteten schließlich in der St. Georgskirche in Wachenheim, woher die Braut stammte. Der Bräutigam war damals 22 Jahre alt, seine Herzensdame ein Jahr jünger. Gefeiert wurde im wunderschönen Garten der Sektkellerei. Ihr Brautkleid hat Ingeborg Ester immer noch in ihrem Schrank hängen, wie ihr Sohn Michael erstaunt feststellte – und die zierliche alte Dame könnte es auch heute noch tragen, ohne dass es irgendwo kneifen würde.
Tod der Tochter schlimmste Tragödie
Wie damals üblich, gab die gelernte Schneiderin Ingeborg mit der Heirat ihre Berufstätigkeit auf. 1959 kam Tochter Marion zur Welt, Sohn Michael 1967. Die Tochter starb mit 21 Jahren. Es war die schlimmste Tragödie ihres langen gemeinsamen Lebens. „Wir sind froh, dass wir noch unseren Sohn haben, sonst wären wir im Alter ganz alleine“, meint Karl Heinz Ester.
Demnächst wollen sie mit Michael und seiner Frau noch einmal nach Tunesien reisen. Bis vor wenigen Jahren war das Reisen die große Leidenschaft der Esters. Der 87-jährige Karl Heinz ist allerdings nicht mehr gut zu Fuß, da geht das nicht mehr so ohne Weiteres – schon gar nicht in den Dimensionen, wie es die Esters zu tun pflegten. Seine Gemahlin ist noch etwas fitter und bewirtschaftet bis zum heutigen Tag den großen Garten hinter dem Haus, das sie einst von seinen Eltern erbten.
Über 100 Reisevorträge
Karl Heinz Ester ist kein Unbekannter in der Region. In über 23 Jahren und mit mehr als 100 Film- und Wortvorträgen berichtete er für die Volkshochschule Bad Dürkheim über seine Reisen in fremde Länder und Kulturen. Im Nahen Osten waren Israel, Ägypten, Syrien, Libanon und Jordanien die Ziele, im Fernen Osten China, Indien, Thailand, Burma, Vietnam, Kambodscha und Indonesien. Und stets waren Ingeborg und Karl Heinz auch auf den Reisen ein Team: Wenn er ganz mit Filmen beschäftigt war, hielt Ingeborg für beide den Anschluss an die Reisegruppe. Als Erinnerung an diese Zeit haben sie jetzt die Filme.
Auf ihr hohes Alter und ihre gemeinsame Zeit angesprochen, erklärt Karl Heinz Ester: „Nur wenn wir zusammen bleiben können, würde ich auch 100 werden wollen.“ Das besondere Jubiläum feierte das Paar im kleinen privaten Kreis, nachdem es am Morgen die offiziellen Gratulanten empfangen hatte.