Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ja zu Rollski-Wettbewerben

Der Skiverband Pfalz würde gerne Rollski-Wettbewerbe auf Strecken bei Forst und Deidesheim organisieren.
Der Skiverband Pfalz würde gerne Rollski-Wettbewerbe auf Strecken bei Forst und Deidesheim organisieren.

Eine Wettkampfstrecke für Rollskisport bei Forst und Deidesheim ist seit gut einem Jahr in der Diskussion. Jetzt hat der Deidesheimer Stadtrat dem Antrag des Skiverbands Pfalz zugestimmt. Doch es gab auch Nein-Stimmen und Kritik.

Der Skiverband plant, auf zwei Strecken bei Deidesheim und Forst (Meisenbrunnen und Hofstückrunde) bis zu zwei Mal im Jahr Veranstaltungen im Rollski, Nordic Blading und Sommerbiathlon durchzuführen. Des Weiteren soll die Strecke vermessen und nach offiziellen Normen aufgezeichnet werden. Durch diese sogenannte Homolegierung der Strecke ist es möglich, den Verlauf der Strecke ins Internet einzustellen. Genau das sorgt allerdings für Bedenken, auch im Stadtrat Deidesheim.

Auch wenn es im Antrag des Skiverbands heiße, dass die Veranstaltungen „idealerweise in der kühlen Jahreszeit“ stattfinden sollen, befürchtete Franz Arnold, Fraktionsvorsitzender der FWG, dass die Strecke auch im Sommer von Hobbysportlern mit rollenden Geräten befahren werden könnte, wenn der Verlauf im Internet einsehbar sei. Auch private Rennen könnten dann auf der Strecke nicht ausgeschlossen werden, gab er zu bedenken und erklärte: „Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die aus dem Weinberg kommen, können nicht so schnell reagieren, früher oder später würde da garantiert etwas passieren.“

FWG: Zeitraum begrenzen

Stefan Hebinger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, stimmte Arnold zu: „Der Skiverband müsste dafür Sorge tragen, dass die Strecke außerhalb der Wettkämpfe nicht öffentlich einsehbar ist.“ Ruth Ratter, Fraktionsvorsitzende der Grünen, machte den Vorschlag, im Internet darauf hinzuweisen, dass die Strecke abgesehen von den Wettkämpfen nicht nutzbar sei. Jan Hock (FWG) bat darum, den Zeitraum für mögliche Veranstaltungen auf November bis Februar klar einzugrenzen, um Nutzungskonflikte mit den Winzern zu vermeiden.

Die Bauern- und Winzerschaft Deidesheim hatte im Gegensatz zu den Ortsverbänden Forst und Niederkirchen in einer Stellungnahme vorab klargestellt, dass sie „mit dem Antrag leben“ könne, solange die Strecke auch für Übungszwecke nicht übermäßig genutzt werde.

Probeveranstaltung im kommenden Jahr?

Während Achim König (FDP) sich klar gegen den Antrag des Skiverbands aussprach, schlug Hans Joachim Schulze (SPD) ein Pilotprojekt im kommenden Jahr vor. Ratter unterstützte den Vorschlag der SPD-Fraktion: „Bei einer Probeveranstaltung können wir testen, wie es funktioniert und in einem Jahr dann darüber reden, wie es gelaufen ist.“

König sah vor allem die Auswirkungen des vorgesehenen Streckenverlaufs auf die Natur kritisch. Die Strecke führt durch das Vogelschutzgebiet „Haardtrand“ und das Naturschutzgebiet „Forster Bruch“. „Meines Erachtens bringen das Getöse und der Lärm, den diese Sportgeräte verursachen, zu viel Unruhe in die Fauna“, erklärte König. Außerdem sehe er das Risiko, dass „wir nicht mehr aus der Sache herauskommen, wenn wir sie einmal genehmigen“.

Genehmigung von SGD Süd nötig

Die Kreisverwaltung wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass für die Strecke durch das Vogelschutzgebiet eine Natura2000-Verträglichkeitsprüfung nötig ist. In einem Naturschutzgebiet seien Volksläufe und ähnliche Veranstaltungen prinzipiell verboten, gegebenenfalls müsse eine Befreiung von diesem Verbot bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd eingeholt werden.

Laut Skiverband werden zu den geplanten Wettbewerben etwa 50 bis 60 Teilnehmer erwartet. In der Region gebe es nur etwa zehn Rollski-Sportler. Der Stadtrat stimmte dem Antrag schließlich bei drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen zu. Nun sind die Gemeinderäte Niederkirchen und Forst gefragt.

INFO

Gemeinderat Niederkirche, 3. Dezember, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle, Gemeinderat Forst, 15. Dezember, 19 Uhr, Felix-Christoph-Traberger-Halle.

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