Kreis Bad Duerkheim „Irgendwie hat alles gepasst“
Um 3.15 Uhr bestieg Clueso am frühen Sonntag den Nightlinerbus. Der Erfurter hat’s lange ausgehalten, bewies Stehvermögen. Ihm hat’s offensichtlich gut gefallen in Ludwigshafen. „Er war cool drauf. Es war eine hippe Party“, berichtete Festorganisator Stefan Tielkes von der Backstage-Feier nach dem von 10.000 Menschen besuchten Konzert des Singer/Songwriters auf dem Berliner Platz. Der 37-Jährige war neben Joris, dem am Freitagabend mehr als 5000 Leute im Zentrum zujubelten, der Topact. Die Sängerinnen Aura, die bei ihrem finalen Hit Geronimo sogar ein Bad in der Menge nahm, und Alice Merton rollten Clueso zuvor den roten Teppich aus. Und der gab 75 Minuten Vollgas. Eine hippe Party – das beschreibt auch das Flair des gesamten „Spektakulums“ treffend. Am Donnerstagabend nahm es mit einem Feuerwerk im Anschluss an das von 1200 Gästen verfolgten Klassik-Open-Air einen knallig-bunten Anlauf. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Eine großartige Leistung. Besser hätte es nicht laufen können“, lobte Michael Cordier als Geschäftsführer der veranstaltenden Marketinggesellschaft Lukom sein Team. Speziell am Freitagabend ging an den Bühnen am Rathausplatz und vor der Rhein-Galerie ebenfalls die Post ab. Die Schorlerocker von Grabowsky und ihre treue Fangemeinde bescherten Budenbetreibern aber auch am Samstagabend rund um den RNF-Truck am nördlichen Ende der Festmeile solide Umsätze. Tagsüber, klagten einige, sei die Resonanz durchwachsen gewesen. Die Macher indes waren rundum zufrieden. „Das 25. Stadtfest hat die Menschen begeistert. Es herrschte eine fröhliche Festival-Atmosphäre. Unsere Besucher mögen die Vielseitigkeit des Programms. Dank der großen Stars kommen auch immer mehr Menschen, die unser Fest bislang nicht kannten“, resümierte Stefan Tielkes. „Unser Dank geht insbesondere an Sponsoren und Partner, die es uns ermöglichen, 60 Stunden Live-Musik bei freiem Eintritt zu präsentieren. Das ist einzigartig.“ Prächtig funktioniert habe die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Ordnungs- und Rettungsdiensten. Über 250 Einsatzkräfte hätten eine großartige Arbeit geleistet, sagte Tielkes, der sonntags gegen 4 Uhr ziemlich geschafft, aber doch mit einem Lächeln ins Bett fiel. „Aus polizeilicher Sicht war für ein Fest dieser Größenordnung relativ wenig los“, sagte ein Präsidiumssprecher gestern Nachmittag. Es habe nur vereinzelte Einsätze gegeben, weil es unter betrunkenen Besuchern zu Streitigkeiten gekommen sei. Schwere Körperverletzungen bei Schlägereien habe es nicht gegeben. Auch ein Szenario, auf das sich die Polizei vorbereitet hatte, trat nicht ein: Es gab keine Antänzer, die Festbesucher belästigten. „Unser Sicherheitskonzept mit einer hohen Präsenz und Videoüberwachung hat sich bewährt“, meinte der Polizeisprecher. Diesen Eindruck hatten auch die meisten Festgäste. Es ging weitgehend friedlich zu. Störenfriede wurden von Sicherheitskräften aus dem Bereich der Konzertbühnen eskortiert, der Ausschank in der Festmeile schloss um Mitternacht. Ab dann begann sich die Innenstadt zu leeren. „Das war ein Stadtfest der Höhepunkte“, bilanzierte Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) ihr letztes „Spektakulum“ in Amt und Würden. „Unsere Erwartungen haben sich erfüllt. Irgendwie hat alles gepasst: die Musik, die Mischung, das Wetter. Ich habe fast nur gut gelaunte Leute gesehen“, sagte die 61-Jährige vor dem Konzert der Spider Murphy Gang, auf das sie hinter der Bühne mit einem Glas Sekt anstieß. Besser besucht als im Vorjahr war der finale Festsonntag. Hunderte Mädchen und Jungen strömten mit ihren Eltern zu den Kinderangeboten. Die geöffneten Einkaufszentren lockten zudem Menschen in die City. Bis 18 Uhr war in der Rhein-Galerie jedenfalls mehr los als draußen vor der Rockland-Bühne.