Kreis Bad Duerkheim „Immer gesund zurückkommen“
Beim Königlichen Bezirksamt hatte Bürgermeister Euler am 5. März 1869 Folgendes eingereicht: „In Wachenheim hat sich unter der Vorstandschaft des Stadtrathes Georg Pfarr eine freiwillige Feuerwehr gebildet.“ „Ergebenst“ bitte man um Genehmigung. Klappte natürlich. Und so hat Wachenheim seit ziemlich genau 150 Jahren eine Feuerwehr. 115 Wehrleute waren es damals – und noch dazu 35 Hilfskräfte. Und trotzdem wurde erwartet, dass zusätzlich noch Freiwillige kamen, wenn es denn ernst wurde ... Die Mittel zur Brandbekämpfung – drei Feuerspritzen und ein Gerüst – waren damals eben noch recht bescheiden ... 150 Jahre später verfügt die Wachenheimer Feuerwehr natürlich über ganz andere Mittel – und moderne Fahrzeuge. Und so sind die 47 Wehrleute – davon sechs Frauen – ausreichend, um in Wachenheim die Brände zu bekämpfen. Wehrleiter Bernhard Konrad und sein Stellvertreter Thomas Münch sind mit der Größe der Truppe zufrieden, zumal der Nachwuchs gesichert zu sein scheint. Denn etwa 17 Jugendliche – die Jugendfeuerwehr feiert gerade ihr 25. Jubiläum – stehen bereit, die Gruppe künftig zu verstärken. Technische Hilfe ist das gängigste, was die Feuerwehr Wachenheim heute tun muss. Personen retten oder das Rote Kreuz unterstützten kommt heute öfter vor als Brandeinsätze. Geholfen hätten da sicherlich Dinge wie Brandmelder, sagt Konrad. 50 bis 60 Einsätze sind es im Jahr für die Wehr, die 2018 608 Stunden im Einsatz war und auf 2651 Übungsstunden kommt. Es gebe eine Zunahme an Personenrettungen im Wald. Teils hätten sich die Leute verlaufen oder die Mountainbiker führen Strecken, die sie nicht fahren sollten, sagt Konrad. Inzwischen ist die Feuerwehr auch dabei, wenn Baukräne in Wachenheim gestellt werden – zusätzliche Verantwortung für die Wehr und mehr Zeiteinsatz. Und es gibt die, die noch mehr von ihrer Wehr fordern. „Wir hatten schon Anrufe wegen Wespennestern, das machen wir aber nicht“, so Konrad. Was in Wachenheim zum Glück nicht vorkommt: Angriffe gegen Feuerwehrleute. „Mich hat einmal einer zusammengeschissen“, erinnert sich Münch. Das sei allerdings schon 20 Jahre her und entschuldigt habe sich der Mann hinterher auch. Was den Wehrleuten da eher zu schaffen macht, ist der Umgang mit schlimmen Unfällen. „Ich kann mich noch an meinen ersten Toten erinnern“, sagt Münch. Das Parfüm des Mannes habe er jahrelang nicht riechen können. Bei Türöffnung und anderen heiklen Dingen werde darauf geachtet, dass nicht die ganz Jungen nach vorne müssen. Dementsprechend sehen die Wünsche für die Zukunft aus: „Immer gesund vom Einsatz zurückkommen“, fällt Münch spontan ein. „Wenn bei den Einsätzen nichts ist, dann freut einen das eigentlich am meisten“, sagt Wehrführer Konrad, „vielen Menschen ist das dann peinlich, aber besser so, als wenn was passiert wäre.“ info Die Feuerwehr feiert ihr Jubiläum am Wochenende mit geladenen Gästen. Öffentlich ist das Sommernachtsfest am 10. August im englischen Garten vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf.